WTC-Anschläge: Operationsbasis Hamburg - DER SPIEGEL
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WTC-Anschläge Operationsbasis Hamburg

Für Bundesinnenminister Otto Schily und US-Justizminister John Ashcroft ist der Fall klar. Hamburg hat als wichtige Operationsbasis für die Terroranschläge vom 11. September gedient.
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Washington - Ashcroft und Schily (SPD) erklärten, die aus mindestens sechs Personen bestehende Gruppe habe die Aktionen mindestens seit 1999 vorbereitet. Neben den Flugzeugentführern Mohamed Atta, Marwan al-Shehhi und Ziad Jarrah, die bei den Anschlägen ums Leben kamen, seien drei weitere Personen, die derzeit flüchtig sind, an der Vorbereitung beteiligt gewesen. Dabei handelt es sich um Said Bahaji, Ramzi Binalshibh und Zakariya Essabar, gegen die die deutschen Justizbehörden bereits internationale Haftbefehle erlassen hatten.

Die Gesuchten hätten intensive Verbindungen zu den Entführern unterhalten, so Ashcroft. Die drei Entführer hätten in den neunziger Jahren in Hamburg zusammengewohnt. Binalshibh und Atta gründeten laut Ashcroft zusammen eine islamische Gebetsgruppe. Essabar sei im Februar nach Florida gereist, wo sich Atta und al-Shehhi zu dieser Zeit aufgehalten hätten. Zudem seien Essabar, Jarrah und al-Shehhi auf einem Video zu sehen, das von der Hochzeit Bahajis stammt. "Es ist klar, dass Hamburg diesen sechs Individuen als zentrale Operationsbasis diente", sagte Ashcroft.

Zusammenarbeit bei der Terrorbekämpfung

Schily sicherte die Unterstützung der deutschen Behörden bei den Ermittlungen zu. Er hatte am Montag nicht ausgeschlossen, dass sich weitere Mitglieder aus dem Netzwerk der al-Qaida in Deutschland aufhielten. Zwölf Beamte der Bundespolizei FBI wurden nach Deutschland entsandt, um die Ermittlungen zu unterstützen. "Unsere Freunde im Deutschland verstehen, dass diese Anschläge nicht nur Anschläge auf Amerika, sondern auf die ganze zivilisierte Welt waren", sagte Ashcroft nach dem Gespräch mit Schily vor der Presse. "Wir sind äußerst dankbar für ihre Hilfe."

In Zusammenhang mit amerikanischer Kritik daran, dass einige der Selbstmordattentäter unbehelligt in Deutschland studieren konnten, sagte Schily, er sei sich mit Ashcroft einig gewesen, dass man sich jetzt nicht gegenseitig den Schwarzen Peter zuschieben sollte. Alle hätten dabei versagt, die Taten vorherzusehen. Jetzt gehe es darum, die Sicherheitsgesetze zu verbessern.

Bei einem Besuch im Uno-Hauptquartier in New York versprach Schily dem Uno-Generalsekretär Kofi Annan, nicht nur Deutschland gegen Terror zu wappnen, sondern auch andere Länder bei der Terrorismusbekämpfung zu unterstützen. "Das gilt besonders für jene Staaten, die sich auf die EU-Mitgliedschaft vorbereiten", sagte Schily anschließend bei einer Pressekonferenz.

Der Uno-Chef hatte Sorge geäußert, dass einige Länder die Anti-Terror-Auflagen des Weltsicherheitsrates nicht aus eigenen Kräften in der erforderlichen Zeit erfüllen könnten. Die Uno-Resolution 1373 vom 28. September gibt der internationalen Gemeinschaft 90 Tage zur Umsetzung des Maßnahmenkatalogs gegen Terrorismus.