Zehn Jahre deutsche Einheit: Kohl kommt nicht zur offiziellen Feier - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Zehn Jahre deutsche Einheit Kohl kommt nicht zur offiziellen Feier

Der Altkanzler hat es nicht gern, wenn über seinen Kopf hinweg entschieden wird: Wochenlang war gestritten worden, ob Helmut Kohl bei der zentralen Feier zum zehnten Tag der deutschen Einheit eine Rede halten oder lediglich Zuhörer sein soll. Nun hat der Altkanzler selbst die Initiative ergriffen - und die Einladung zum Staatsakt in Dresden gleich ganz abgesagt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - "Ich habe mich entschlossen, die Einladung des sächsischen Ministerpräsidenten Biedenkopf, als Gast an den Feierlichkeiten zum zehnten Jahrestag der deutschen Einheit teilzunehmen, abzusagen", hieß es in einer am Montag in Berlin von Kohl veröffentlichten Erklärung.

Er habe seit vielen Monaten zugesagt, an einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung am 27. und 28. September zum Thema "Zehn Jahre deutsche Einheit - Deutschland und Europa" in Berlin teilzunehmen. "Darüber hinaus möchte ich an keiner weiteren öffentlichen Versammlung zum zehnten Jahrestag der deutschen Einheit mitwirken."

Kohl: "Der Tag der deutschen Einheit, noch dazu das zehnjährige Jubiläum, was wir Deutschen in diesem Jahr begehen, hat als Tag der Freude und Dankbarkeit über die Wiederherstellung der deutschen Einheit für mich einen so hohen Rang, dass jeder Anschein von politischem Streit vermieden werden sollte." Kohl erklärte weiter, er wolle mit seiner Entscheidung dazu beitragen, dass der 3. Oktober in angemessener Würde und fern von tagespolitischen Diskussionen feierlich begangen werden könne.