Zeitung Gaddafi gesteht Terrorakte
Frankfurt/Main - Das meldet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) unter Berufung auf ein Fernschreiben der deutschen Botschaft in Washington, das den Anwälten der Opfer des Anschlages vorliege.
In dem Schreiben wird laut "FAZ" über ein Gespräch in der amerikanischen Hauptstadt berichtet, an dem Präsident George W. Bush, Außenminister Colin Powell sowie Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice und auf deutscher Seite Bundeskanzler Gerhard Schröder, dessen außenpolitischer Berater Michael Steiner und der deutsche Botschafter teilgenommen hätten. In dem Fernschreiben heißt es nach Angaben des Blattes: "Steiner berichtete über seine Gespräche mit Gaddafi in Libyen. Dieser habe eingestanden, dass sich Libyen an terroristischen Aktionen (La Belle, Lockerbie) beteiligt habe." Laut "FAZ" wollen die Anwälte der Opfer vor dem Landgericht Berlin beantragen, Steiner als Zeugen zu hören. Die Staatsanwaltschaft im "La Belle"-Prozess sei ferner im Besitz von Material, das darauf hindeute, "dass Gaddafi persönlich den Befehl zu dem Anschlag gegeben hat", heißt es in dem Blatt.
Bei dem Attentat auf die überwiegend von US-Amerikanern besuchte Discothek im Berliner Stadtteil Friedenau waren am 5. April 1986 drei Menschen getötet und weitere 200 Personen verletzt worden. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft wurde der Anschlag im Auftrag des libyschen Geheimdienstes verübt. In Berlin läuft seit November 1997 ein Prozess gegen fünf Angeklagte, die an dem Attentat beteiligt gewesen sein sollen.