Zuflucht in Deutschland FDP-Politiker will Schewardnadse Asyl bieten
Berlin - Koppelin, der parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Bundestag ist, sagte der Berliner Boulevardzeitung "B.Z.": "Das wäre die normale Schlussfolgerung, denn wir Deutsche haben ihm viel zu verdanken". Schewardnadse habe nach dem Fall der Mauer erkannt, dass die Deutschen die Einheit wollten und diese nicht aufzuhalten sei, "es sei denn mit Blutvergießen". Schewardnadse werde im Machtkampf in Georgien nichts anderes übrig bleiben, als das Land zu verlassen, meinte Koppelin.
Wegen der Unruhen in der Kaukasusrepublik stand das Auswärtige Amt in Berlin am Wochenende in ständigem Kontakt mit der Botschaft in Tiflis. Das Amt aktualisierte seine Reisehinweise für Georgien, indem es auf die Ereignisse vom Samstag Bezug nahm: "Am 22. November besetzten Demonstranten das Parlament. Die Lage ist unübersichtlich." Daher wird empfohlen, sich von Versammlungen fern zu halten. Zudem muss bei Fahrten außerhalb der Hauptstadt vermehrt mit Polizeikontrollen gerechnet werden.
Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte auf Anfrage, aus der Botschaft seien in der jüngsten Vergangenheit bereits Warnungen gekommen, man solle Menschenansammlungen meiden. Auch das raten die Reisehinweise für das Land. Ferner wurde von Fahrten in bestimmte Gebiete wie Abchasien, Süd-Ossetien und die Grenzregionen zur Russischen Föderation abgeraten. Allgemein sei eine Zunahme von Raubüberfällen zu verzeichnen.
In Georgien halten sich nach Informationen des Außenamtes kaum deutsche Touristen auf. Die Deutschen vor Ort sind meist für Mittlerorganisationen wie die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit oder den Deutschen Entwicklungsdienst tätig.