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Zum Nachlesen SPIEGEL-ONLINE-Leser diskutierten mit Jürgen Möllemann

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SPIEGEL ONLINE: Guten Morgen! Wir begrüßen alle User und besonders unseren Gast Jürgen W Möllemann zum Chat bei SPIEGEL ONLINE. Dieser Chat ist moderiert. Die Fragen werden freigeschaltet. Viel Spaß!

hedley: Guten Morgen

Jürgen W Möllemann: Schönen guten Morgen auch von Düsseldorf nach Berlin und in die ganze Welt.

müllemann: Tach, Herr Möllemann

Peter West: Guten Morgen, Herr Moellemann, glauben Sie, dass die FDP im neuen NRW-Landtag vertreten sein wird?

Jürgen W Möllemann: Tach, Herr Müllemann! Lieber Herr West, wir streben mit Macht zur Acht und mit Acht zur Macht. Machen Sie mit!

müllemann: Reden ist Schweigen, und Silber ist Gold, Herr Mülle...ähhhh Möllemann ;o)

Alexander25: Die FDP war stets ein Motor für ein gerechtes Scheidungssystem. Die noch von der alten Bundesregierung verabschiedete Gesetzgebung, wonach Kinder nach einer Scheidung Anspruch auf Mutter u n d Vater haben, wird noch immer von vielen Müttern sabotiert. Väter können ihre Kinder nicht mehr sehen, obwohl im Gesetz etwas anderes steht. Will die FDP den Vätern hier mehr helfen, zum Beispiel durch Aussetzung der Unterhaltszahlungen? Vielen Dank, Dr. Alexander von Witzleben

Jürgen W Möllemann: Wenn das geltende Recht nicht eingehalten wird, geht am Klageweg nichts vorbei. Der ist zwar unbequem, Ihr Vorschlag könnte aber nur die Ultima Ratio sein. Ich will das mal mit unseren Rechtsexperten diskutieren.

Peter West: Herr Möllemann, was halten Sie von dem Vorschlag, 20.000 I.T.-Spezialisten nach Deutschland einzuladen?

Jürgen W Möllemann: Wir brauchen ein Einwanderungsgesetz, das es uns ermöglicht, unsere eigenen Interessen, auch die der deutschen Wirtschaft, zum ausschlaggebenden Kriterium der Zuwanderung zu machen. Im Klartext: Wenn wir solche Experten am heimischen Arbeitsmarkt nicht haben, müssen wir sie uns von außen holen. Gleichzeitig müssen wir mit einer besseren Bildungspolitik mehr Fachkräfte für die verschiedenen High-Tech-Bereiche ausbilden. Kinder statt Inder ist jedenfalls eine polemische Scheinlösung.

Peter West: Stimmt wohl - außerdem sitzen die Kinder schon lange vor dem Computer.

Kristina Jagemann: Herr Möllemann, wenn die FDP in NRW mitregieren sollte, welchen Ministerposten streben Sie an?

Jürgen W Möllemann: Liebe Frau Jagemann, wenn wir die Grünen aus der Regierung abgelöst haben, sollte die FDP die Verantwortung für die Bildungspolitik sowie für die Wirtschafts- und Verkehrspolitik übernehmen. Beides habe ich schon als Bundesminister gemacht.

Zerberus: Herr Möllemann! Sie sind ein politisches Stehaufmännchen! Woher nehmen Sie die Kraft, um immer sich stets gegen alle Widerstände in Politik und Presse durchzusetzen?

Jürgen W Möllemann: Hallo Zerberus, erstens ist das mein Naturell, zweitens singen wir Schalker nicht ohne Grund: Steh auf, wenn Du ein Schalker bist!

müllemann: BVB

Jürgen W Möllemann: Mensch Müllemann! bist Du heute originell. Der BVB ist übrigens irgendwie ein Leidensgenosse.

doc: Ich habe von dem Ruhrtunnel gehört. Was ist das? Was soll das???

Jürgen W Möllemann: Die wirkungsvollste Baumaßnahme gegen den Dauerstau zwischen Dortmund und Düsseldorf, lieber Doc, entsprechend dem Vorbild des Kanaltunnels zwischen Frankreich und England. Er soll von einem Firmenkonsortium privat finanziert und von den Nutzern bezahlt werden.

Sarah: Sind solche Korruptionsfälle wie in der CDU systemimmanent? Kann man als Politiker überhaupt dagegen gefeit sein?

Jürgen W Möllemann: Liebe Sarah, Menschen die Fehler machen, zum Beispiel sich bestechen lassen, gibt es überall, nicht nur in der Politik, aber überall sind sie auch die Ausnahme.

müllemann: Herr Möllemann... Wir sitzen gerade als Schüler und Repräsentanten der neuen Internet-Generation vor dem Monitor und müssen feststellen, dass sich ihre Antworten lediglich auf Floskeln, wie etwa mit Acht zur Macht und mit Macht zur Acht, beschränken.....

doc: Wie kommen wir eigentlich aus der Uni-Misere raus? Mich nerven die dauernd überfüllten Hörsäle...

Kristina Jagemann: Was halten Sie von Helmut Kohls Spendenaktion?

Jürgen W Möllemann: Also müllemann, noch mal: Wir wollen bei der Landtagswahl acht Prozent erreichen, um unser Programm für eine bessere Bildungspolitik (mehr Lehrer, kleinere Klassen, kürzere Schulzeit, mehr Qualität) und für eine bessere Verkehrspolitik (Ausbau der Straßen und Flughäfen) in der Regierung durchzusetzen. Das ist auch für die Schüler und Repräsentanten der Generation @ von großer Bedeutung.

Zerberus: Was denken Sie über Gerhard Schröder? Finden Sie nicht, dass Sie sich - zumindest in Ihrem ausgeprägten Machtstreben - sehr ähnlich sind?

Jürgen W Möllemann: Hallo doc, mit unserem Drei-Milliarden-Sofortprogramm, mit dem die Ausstattung der Hochschulen und Schulen mit Lehrern und Professoren spürbar verbessert werden soll. Außerdem mit einem modernerem Lehrangebot, das die neuen Technologien besser nutzt.

Jürgen W Möllemann: Kristina, besser wäre es, er hätte von vorne herein die Spender genannt, dann bräuchte er weder materiellen noch politischen Schaden wieder gutzumachen.

Waeltring: Guten Morgen Herr Möllemann, ich bin leider etwas später gekommen. Was glauben Sie, wie lange lässt sich ein taktischer Spagat bezüglich der Haltung zu Roland Koch in der Glaubwürdigkeit der Partei aushalten?

Jürgen W Möllemann: Zerberus, wenn man seine politischen Ziele in die Realität umsetzen will, muss man an die Macht, weil man es da macht.

doc: Deep Space Eight also :-)

Jürgen W Möllemann: Lieber Waeltring, da gibt es bei mir keinen Spagat. Herr Koch soll zurücktreten.

Buurman: Stehen Sie, Herr Möllemann, für einen erneuten Wechsel zur SPD, oder gibt es weitere Kräfte innerhalb der FDP, die für einen Wechsel plädieren?

Jürgen W Möllemann: Hallo Buurmann, endlich bist Du gekommen! Am 14. Mai wollen wir zuerst die Koalition mit den Wählern der alten und neuen Mitte, danach mit der Partei, die mit uns möglichst viele freidemokratische Programmpunkte verwirklichen will. Wenn das die SPD ist, die sich von den Grünen lossagt - OK.

ChannelMaster: Es ist jetzt 10.00 Uhr.

hedley: Warum tritt die FDP nicht sofort aus Hessens Regierung aus?

Jürgen W Möllemann: Lieber hedley, gute Frage! Ich bin nach wie vor der Meinung, sie sollte es tun.

Waeltring: Aber wie kann man sich das vorstellen. Da sitzen Sie in Hessen mit der Kollegin von der FDP zusammen und kommen einfach im Gespräch nicht auf einen Nenner. Da gibt es zwei verschiedene Haltungen, die nicht zu einem Ergebnis kommen? Obwohl die Tatsachen bezüglich Koch auf dem Tisch liegen, finden Sie keine gemeinsame Sprache mit Ihrer Kollegin in Hessen. Wie läuft ein solches Gespräch da ab, was sind das für Kommunikationsformen, wenn nicht taktisches Kalkül?

Jürgen W Möllemann: Verehrter Waeltring, Ruth Wagner und die Mehrheit der Delegierten ihres Parteitages haben den Fehler von Herrn Koch nicht ebenso gravierend bewertet wie ich und die übrige FDP. So was gibt's - leider. Vermutlich in jeder Partei!

Christo23: Wenn Sie sehen, weswegen einige Leute heute nicht zurücktreten, wie sehen Sie dann Ihren eigenen Rücktritt als Wirtschaftsminister?

Jürgen W Möllemann: Tja, Christo23, der war trotzdem richtig, obwohl der Anlass vergleichsweise nichtig war. Deswegen kann ich aber auch mit Fug und Recht den Rücktritt von Herrn Koch fordern.

Madjidi: Glauben Sie, dass Herr Rüttgers ein guter Politiker ist? (siehe Greencarddebatte)!

Jürgen W Möllemann: Lieber Madjidi, im Moment tut er alles, um einen gegenteiligen Eindruck zu erwecken.

Polarbear: Herr Möllenmann, springen Sie aus wahltaktischen Gründen noch vor der Wahl mit Westerwelle?

doc: Zu Rüttgers fällt einem doch nur der Inder-Wahn ein, oder? ;-)

Jürgen W Möllemann: Hallo Polarbear, mit dem Mölli-Achter (schon wieder die acht!) werde ich bei verschiedenen Gelegenheiten vor der Wahl zur Erde schweben. Das sind lauter erfahrene Springer. Die Nummer mit Guido machen wir nach der Wahl.

müllemann: Herr Möllemann, ihre Absichten im Bereich der Verkehrspolitik sind zwar ganz nett, aber helfen Nicht-Führerscheinbesitzern bzw. Nicht- Autobesitzern kaum.

Jürgen W Möllemann: Hallo doc, zwischen Rinderwahnsinn und Inder-Unsinn ist ein verdammt schmaler Grat. Zwischen Jürgen und Jürgen ein wachsender.

Jürgen W Möllemann: Doch müllemann, denen helfen wir mit der Modernisierung durch Privatisierung der Bahn. Die muss nämlich pünktlicher und preiswerter werden, damit zum Beispiel Schüler und Studenten zu erschwinglichen Preisen rechtzeitig ankommen. Und wenn die mal ganz schnell etwas weiter wegwollen, sollen sie das mit dem Transrapid können.

Mohammed: Welcher Schüler oder Student soll sich denn das leisten können ?

Jürgen W Möllemann: Hallo Mohammed, mit der Bahncard geht das schon - jedenfalls werden wir dafür sorgen.

Zerberus: Braucht die FDP nicht neue, frische Köpfe? Ist es nicht evident, dass Wolfgang Gerhardt und Guido Westerwelle schon verbraucht sind?

Jürgen W Möllemann: Lieber Zerberus, da täuscht der Eindruck. Guido ist gut drauf und Wolfgang hat nach einer kleinen Erholungsphase jetzt wieder neuen Schwung. Übrigens, bei der Landtagswahl hier in NRW sind die ersten 20 Kandidaten der FDP fast alle zwischen 20 und 38 Jahre alt.

alexander: lieber herr möllemann, ist die cdu definitiv ihr koalitionspartner für die anstehende wahl in nrw?

Jürgen W Möllemann: Hallo, Alexander, das entscheidet sich nach der Wahl. Da wir stärker werden als die Grünen, werden beide große Parteien mit uns verhandeln wollen. Wer am meisten von unserem Programm akzeptiert, kriegt den Zuschlag. Den muss er allerdings vorher auch schon vom Wähler bekommen haben.

hedley: ich als wähler würde aber gern vor der wahl wissen, mit wem sie zusammengehen möchten!

Jürgen W Möllemann: Lieber hedley, das kann ich verstehen. Aber da beide großen Parteien sich alle Möglichkeiten offen halten, wollen wir uns nicht zu billigen Preisen andienen. Außerdem möchten wir ganz gerne Deutlich machen, dass wir die wählbare und handlungsfähige Alternative zu CDU und SPD sind, die beide ihre Affären haben.

Mölli: Lieber Herr Möllemann, wann werden Sie für einen Jüngeren den Platz räumen?

Jürgen W Möllemann: Mensch, Mölli2, das war so ein schöner Morgen. Aber wir haben jetzt ein junges Team für die Landtagswahl. Da sind mehrere dabei, die mir folgen können. Das ist ein gutes Gefühl.

Waeltring: Herr Möllemann, im Moment haut die NRW-CDU auf Rau & Co. Wie sehen Sie die Sache: Ist ein Politiker in der Lage, zu kontrollieren, von wem er den Flug bezahlt kriegt, bei einem derartig vollen Terminkalender? Und ist es im politischen Alltag nicht allgemein akzeptiert, dass häufig private und öffentliche Flüge nicht voneinander getrennt werden können? Wäre es nicht sinnvoll, Politikern ein Freiflugschein zu geben, solange sie nicht nur privat fliegen, um hochgespielte Wahlkampf-Kampagnen, wie sie in NRW momentan laufen, zu vermeiden?

Jürgen W Möllemann: Hallo Waeltring, die Bundestagsabgeordneten dürfen zu ihren dienstlichen Veranstaltungen kostenlos die Bahn und die Lufthansa benutzen, Regierungsmitglieder die Flugbereitschaft. Ich halte die Regelung für ausreichend und sinnvoll.

Nordlicht: Lieber Herr Möllemann! Wie viele der 20 Kandidaten der Landtagswahl in NRW zwischen 20 und 38 sind weiblich?

Jürgen W Möllemann: Nordlicht, vier sind weiblich unter den ersten 17.

Mohammed: Wie viele denn unter den ersten 10?

Jürgen W Möllemann: Hallo, Mohammed, zwei unter den ersten zehn. Mit acht Prozent haben wir aber vermutlich 18 Mandate, also vier weibliche Abgeordnete. Andreas: Es ist verständlich, dass die FDP jetzt auf der Bimbeswelle der CDU surft. Aber wie will die FDP die abgewanderten Wähler der CDU dauerhaft halten ?

Jürgen W Möllemann: Hallo Andreas, mit unseren klaren und eindeutigen Inhalten, die ich vorhin an Beispielen beschrieben habe, und einem kämpferischen Engagement für die Verwirklichung derselben.

SPIEGEL ONLINE: Liebe Chatter. Sorry, der Andrang ist zu groß für alle Fragen. Noch zehn Minuten....

Dr.No: Herr Möllemann, besteht Ihrer Ansicht nach die Gefahr eines Rechtsrucks in der politischen Landschaft nach all den Skandalen??





Jürgen W Möllemann: Dr.No, hoffentlich nicht. Denn bringen tut das nichts. Wer Skandalparteien einen Denkzettel erteilen will, der soll FDP wählen.

Peter West: Es geht immer um Affären (die natürlich aufgeklärt werden müssen), aber wo ist das Neue? Wie stehen Sie zum Beispiel zur Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften?

Jürgen W Möllemann: Peter West, für die haben wir gerade als FDP einen eigenen Gesetzentwurf in den Bundestag eingebracht, der die bestehende Diskriminierung abbauen soll.

krümelchen: Hallo Herr Möllemann, zu Dr.No: Den Denkzettel bräuchten doch eher Ihre Parteifreunde in Hessen...

Jürgen W Möllemann: Hallo krümelchen, ich fürchte, die kriegen den auch irgendwann. Wir hier in NRW bekommen hoffentlich die positiven Stimmzettel, weil wir eben die wählbare und handlungsfähige Alternative sind.

sh42: Hallo, Herr Möllemann. Haben Sie eigentlich auch Infineon gezeichnet? Jürgen W Möllemann: Hallo sh42, nein, habe ich nicht, ich war zu sehr mit der Einrichtung unseres Internet-Auftrittes unter www.nrwbrauchttempo.de beschäftigt. Schaut doch mal rein und sagt mir, ob er gut ist.

Mölli: Sollte nicht ein Unternehmer die FDP in NRW führen?

Jürgen W Möllemann: Hallo, Mölli2, drum mach' ich es ja, weil ich einer bin, nämlich Inhaber der erfolgreichen Firma Web-Tec.

Zerberus: Wen betrachten Sie denn als Ihren politischen Ziehvater oder als Ihr politisches Vorbild?

Jürgen W Möllemann: Lieber Zerberus, Hans-Dietrich Genscher und Willi Weyer.

Waeltring: Herr Möllemann, mal eine Kneipenfrage: Is dat nich nervich, manchmal, son Politikerdasein. Kommste inne Kneipe oder wer weiß wo sonst hin, und alle wolln mit dir quatschen, entweder weil de bekannt bis, oder weil de der schuldige bis, politik is den ganzen Abend Thema, und man muss immer ne dumme Antwort parat haben. Is dat nich nervich, so nervich, dat man am liebsten manchmal allein anne theke, bei som schönen, frischen Veltins, dasitzt und sich fragt: Lehrer sein dat wär‘s noch mal wieder! ?

Jürgen W Möllemann: Hallo Waeltring, das Problem habe ich nicht - und Lehrer (in) wird demnächst Frau Behler wieder sein. Vielleicht treffen wir beide sie ja dann in einer Kneipe.....

SPIEGEL ONLINE: Das war eine passende Schlussfrage. Es ist zwar noch zu früh für die Kneipe, aber wir treffen uns alle beim virtuellen Veltins bei SPIEGEL ONLINE.

Jürgen W Möllemann: Finde ich auch. Prost!

SPIEGEL ONLINE: Vielen Dank an alle Chatter und besonders herzlichen Dank unserem Gast Jürgen W. Möllemann.

ChannelMaster: Es ist jetzt 10.30 Uhr.

SPIEGEL ONLINE: Vielen Dank und bis bald. Das Team von SPIEGEL ONLINE.

Jürgen W Möllemann: Ich bin meinem virtuellen Herzen dabei, denn ich bin ja kein Veltins-Verweigerer. Vielen Dank für das Interesse!

SPIEGEL ONLINE: Abschließender Hinweis: Das war ein moderierter Chat. Die Fragen wurden freigeschaltet. Es konnte leider wegen des Andrangs nicht jeder zum Zuge kommen. Vielen Dank und bis bald!

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