Zwischenlager Gorleben "Bessere Tennishalle"
Gorleben - Das Atomzwischenlager in Gorleben wurde 1983 nach knapp zweijähriger Bauzeit fertig gestellt. Zunächst wurde das so genannte Transportbehälterlager (TBL) für die Einlagerung von 1500 Tonnen abgebrannter Brennelemente aus deutschen Atomkraftwerken genehmigt. Im Juni 1995 wurde die Genehmigung auf eine Menge von 3800 Tonnen Brennstoff erweitert. Zudem dürfen seitdem auch Glaskokillen aus der Wiederaufbereitung in das Zwischenlager gebracht werden. Die Genehmigung des Lagers ist bis zum 31. Dezember 2034 befristet.
Kernstück der von der Brennelementlager Gorleben GmbH (BLG) betriebenen Anlage ist eine 182 Meter lange, 38 Meter breite und 20 Meter hohe Halle. Sie wurde aus Stahlbeton mit einem Betonplattendach errichtet. Die Außenwände sind mit Aluminiumblechen verkleidet. Große Zu- und Abluftöffnungen bewirken, dass die Abwärme der eingelagerten Behälter durch den natürlichen Zug nach außen geleitet wird.
Langwierige Prozesse sowie atomrechtliche Auseinandersetzungen zwischen dem Bund und dem Land Niedersachsen führten dazu, dass der erste Castor-Behälter mit Atommüll erst 1995 in das Zwischenlager gebracht wurde. In der Halle gibt es maximal 420 Stellplätze. Davon sind nach den Castor-Transporten 1995, 1996 und 1997 insgesamt acht Plätze belegt. Da auch die Einlagerung von stapelbaren Behältern vorgesehen ist, passen sogar mehr als 420 Behälter in das Lager. Die Betreiber der Atomkraftwerke bezahlen je Stellplatz - ob genutzt oder leer - rund 50.000 Mark im Jahr.
Atomkraftgegner bezweifeln die Sicherheit des Lagers. So biete die Halle, die von der früheren niedersächsischen Umweltministerin Monika Griefahn (SPD) einmal spöttisch als "bessere Tennishalle" bezeichnet wurde, zum Beispiel keinen Schutz bei Flugzeugabstürzen. Die Betreiber selbst weisen sogar darauf hin, dass die Halle keine besondere Sicherheitsfunktion habe, sondern nur ein Wetterschutz sei. Der Schutz des strahlenden Atommülls werde durch die Castor-Behälter gewährleistet.