IRAN »Fall Hofer wird gelöst«
SPIEGEL: Im Dezember ist Ihr Mandant gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt worden. Wo hält er sich jetzt auf?
Taheri: Helmut Hofer lebt bei einem Mitarbeiter der deutschen Botschaft in dessen Privatwohnung, glaube ich.
SPIEGEL: War die Haftentlassung mit Auflagen verbunden?
Taheri: Bei seiner ersten, vorübergehenden Freilassung im April 1999 stand Herr Hofer unter der Aufsicht iranischer Sicherheitsleute. Diesmal gibt es keinerlei Maßnahmen gegen ihn.
SPIEGEL: Letzte Woche war der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Hans-Ulrich Klose, in Teheran. Setzen Sie große Hoffnungen auf politische Vermittlungsversuche?
Taheri: Herr Hofer braucht keine internationalen Bemühungen, auf welcher politischen Ebene auch immer. Über den Fall wird bei der nächsten Gerichtsverhandlung entschieden, also am Donnerstag. Alles andere wäre eine Diskreditierung der iranischen Justiz.
SPIEGEL: Sie rechnen bei dem bevorstehenden Prozesstermin mit einem Ende der Affäre Hofer?
Taheri: Von der Anklage, eine sexuelle Beziehung mit einer Muslimin gehabt zu haben, wurde mein Mandant bereits freigesprochen. Jetzt geht es nur noch um den Vorwurf, er habe einen Sicherheitsbeamten beleidigt. Hofer, der gar kein Farsi spricht, bestreitet das. Die Akte enthält auch keine Beweise gegen ihn. Nach meinem Gespräch mit dem Vorsitzenden Richter bin ich zuversichtlich, dass der Fall nun gelöst und Hofer freigesprochen wird - falls nicht wieder etwas dazwischenkommt.
SPIEGEL: Ihr Mandant sieht dem Termin gelassen entgegen?
Taheri: Herr Hofer sorgt sich meines Erachtens nach eher um seine Familie und berufliche Zukunft in Deutschland als um den Ausgang der Verhandlung.