KOLUMBIEN Geld für die Guerrilla
Kolumbianische Geschäftsleute überlegen, ob sich die hohe Zahl der Entführungen in ihrem Land durch Finanzhilfen für die Guerrilla begrenzen ließe. Die Aufständischen beziehen einen Großteil ihres Einkommens aus Lösegeldern; jährlich werden etwa 3000 Menschen verschleppt. Auf einer Konferenz mit der kolumbianischen Guerrilla Nationales Befreiungsheer (ELN) im Oktober in Costa Rica sagte Luis Carlos Villegas, Präsident des kolumbianischen Industriellenverbands, die Unternehmer wären zu Zahlungen bereit, wenn die Guerrilla ihre Waffen niederlegte und das Geld tatsächlich der Friedenssicherung zugute käme. Auch die kolumbianische Kirche drängt darauf, den Friedensprozess finanziell abzusichern. Washington hat ebenfalls Hilfsgelder für die Wiedereingliederung der Rebellen in Aussicht gestellt. Ob die Ideen Aussicht auf Erfolg haben, ist jedoch fraglich: Vorigen Dienstag wurde ausgerechnet Villegas' Tochter Juliana, 18, in Bogotá gekidnappt. 5000 Soldaten und Polizisten suchten vergebens nach der Geisel - Identität und Motive der Entführer blieben einstweilen unklar.