Gelsenkirchen: Herbert Reul kritisiert Informationsfluss nach Sparkassen-Coup - DER SPIEGEL
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Sparkassencoup Innenminister Reul kritisiert Zusammenarbeit mit Gelsenkirchener Sparkasse

Ein spektakuläres Ganovenstück und viele offene Fragen: CDU-Innenminister Reul wundert sich über die Gelsenkirchener Sparkasse. Und über das viele Bargeld im Tresor.
Innenminister Herbert Reul (CDU): »Informationen gefehlt und nicht zur Verfügung gestellt«
Innenminister Herbert Reul (CDU): »Informationen gefehlt und nicht zur Verfügung gestellt«

Innenminister Herbert Reul (CDU): »Informationen gefehlt und nicht zur Verfügung gestellt«

Foto: Christoph Hardt / Panama Pictures / IMAGO

Nach dem spektakulären Bankeinbruch in Gelsenkirchen hat sich Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) kritisch über die Kooperation mit der betroffenen Sparkasse geäußert. »Fest steht: Weil die Informationen gefehlt haben und nicht zur Verfügung gestellt wurden, mussten Polizei und Staatsanwaltschaft hier tätig werden«, sagte Reul der »Rheinischen Post« in Düsseldorf.

Die Polizei hatte das Institut am vergangenen Dienstag durchsucht. »Es ging bei der Durchsuchung der Bank um die Sicherstellung von Datenträgern sowie notwendigen Kundendaten, die bisher noch nicht vorgelegen haben«, erläuterte der Minister. Aus Polizeikreisen hieß es, die Zusammenarbeit zwischen den Ermittlern und den Verantwortlichen der Sparkasse gestalte sich schwierig .

Auf die Frage nach Indizien für einen möglichen Insider antwortete er: »Die Täter wussten wahrscheinlich genau, wonach sie suchen, und wussten auch, wie sie es bekommen.« Alles Weitere würden die Ermittlungen ergeben.

Reul wundert sich über Vermögen in Bankschließfächern

Die Dimension des Gelsenkirchener Millionencoups sei bemerkenswert, sagte Reul. »Ich hätte nicht gedacht, dass so viel Geld in Bankschließfächern schlummert, sondern dass man sein Geld sicher aufs Konto legt.«

Die Durchsuchung steht im Kontext des spektakulären Einbruchs, der Ende Dezember stattfand: Mehrere Täter drangen über ein angrenzendes Parkhaus in einen Archivraum der Filiale ein, von dort bohrten sie ein Loch in den Tresorraum. Sie brachen fast alle der 3250 Schließfächer auf und erbeuteten Bargeld und Goldschmuck. Nach Angaben der Polizei sind insgesamt knapp 3000 Kundinnen und Kunden der Bank von der Tat betroffen.

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Der Einbruch verlief vermutlich über mehrere Tage, der Wert der Beute liegt möglicherweise bei mehr als hundert Millionen Euro. Von den Tätern fehlt bislang jede Spur. Die Polizei gründete vor wenigen Tagen eine »Besondere Aufbauorganisation«, kurz BAO, um bei den Ermittlungen schneller voranzukommen.

jon/dpa