HARTE DEBATTEN. - DER SPIEGEL
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HARTE DEBATTEN.

• aus DER SPIEGEL 25/1969
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Die SPD-Führer haben ihr Parteimitglied Horst Ehmke doch noch herumgekriegt. Seit Ehmke im März als neuer Justizminister erklärt hatte, er wolle bis zum Ende der Legislaturperiode ohne Staatssekretär auskommen, hatten ihn Parteistrategen bearbeitet, den Posten mit einem SPD-Mann zu besetzen. In der letzten Woche machte Ehmke schließlich seinen Ministerialdirektor Hermann Maassen zum Staatssekretär. Ersten persönlichen Kontakt hatten beide Herren im Jahre 1966, als das Bundesverfassungsgericht über die Verfassungsbeschwerde verhandelte, mit welcher der SPIEGEL unter anderem die Feststellung begehrte, die während der SPIEGEL-Affäre 1962 vom Bundesgerichtshof ausgestellten Haft- und Durchsuchungsbefehle seien verfassungswidrig gewesen. Damals traktierten sich die Verfahrensgegner -- Ehmke vertrat den SPIEGEL, Maassen das Justizministerium -- mit höflich verkleideten Sottisen: Maassen mokierte sich über »die wechselhafte Geschichte der fünfmaligen Neuformulierung« des Ehmke-Antrags: »Man sieht, wie schwer es ist, selbst nach reiflicher Überlegung präzise Anträge zu stellen« Ehmke warf dem damaligen Ministerialrat Maassen »Unlogik« vor, die ihn »baß erstaunt« habe. Maassen bewunderte die »große Brillanz und große Könnerschaft« des Professors; es sei »ein Vergnügen zuzuhören«, wie Ehmke haltlose Argumente vortrage. Folge der Frotzeleien: »Wir haben die förmlichen Anreden gestrichen« (Ehmke). Maassen preist heute die »gute Zusammenarbeit« mit Ehmke »die wohl darauf basiert, daß wir stets für Tatsachen sind und nicht im Nebelwust herumfuhrwerken und harte Debatten schätzen.«

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