Landtagswahl Reichinnek stellt CDU Bedingungen für Zusammenarbeit in Sachsen-Anhalt
Linkenfraktionschefin Heidi Reichinnek: »Werden mit niemandem zusammenarbeiten, der am Ende AfD-Politik umsetzen will«
Foto: Lisi Niesner / REUTERSLinkenfraktionschefin Heidi Reichinnek stellt der CDU in Sachsen-Anhalt Bedingungen für eine mögliche Zusammenarbeit im Fall einer Minderheitsregierung. »Wir werden mit niemandem zusammenarbeiten, der am Ende AfD-Politik umsetzen will«, sagte Reichinnek der »Augsburger Allgemeinen« . Die Linke wolle »Verbesserungen für die Menschen« erreichen. Ihre Forderungen müssten sich daher »klar im Haushalt niederschlagen, denn dort wird es für den Alltag der Menschen konkret«, sagte die Linkenpolitikerin, die ursprünglich aus Sachsen-Anhalt stammt.
Vorbild Sachsen
Reichinnek verwies auf Sachsen, wo die Minderheitsregierung von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) in einem Konsultationsmechanismus mit allen im Landtag vertretenen Parteien außer der AfD zusammenarbeitet. Reichinnek kritisierte den Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU für eine Kooperation mit der Linken, obwohl die Partei in Sachsen und Thüringen faktisch zusammenarbeite. »Dass die Union ihre Brandmauer zur Linken weiter hochzieht, während sie die zur AfD Stück für Stück zertrümmert, sagt ja auch eine Menge über diese Partei aus«, kritisierte sie.
Reichinnek gab der Bundesregierung eine Mitschuld für die derzeit hohen Umfragewerte der AfD. »Der Achtstundentag wird angegriffen, die gesetzliche Rente wird sturmreif geschossen, die Gesundheitsversorgung und die Pflegeversicherung werden teurer, dafür aber schlechter«, kritisierte sie.
»Aber dass die Bundesregierung in einer Situation, in der die Menschen auf dringend notwendige Entlastungen warten, zu einer teuren Kaffeefahrt mit offenem Brainstorming zusammenkommt, grenzt an Arbeitsverweigerung«, sagte die Linkenfraktionschefin mit Blick auf die Kabinettsklausur in Neuhardenberg am Dienstag und Mittwoch. Bei den Menschen wachse der Frust, weil sie das Gefühl hätten, dass die Politik ihnen nicht zuhöre.
Sven Schulze will eine AfD-Regierung verhindern. Er versucht es mit viel Pragmatismus und ein bisschen Realitätsverweigerung. Das Porträt eines Ministerpräsidenten, der immer kopfloser wirkt, lesen Sie hier.