Heikle Annäherung - DER SPIEGEL
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INDIEN/BURMA Heikle Annäherung

• aus DER SPIEGEL 49/2000
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Exil-Burmesen kritisieren das von Indien, Burma, Kambodscha, Thailand, Vietnam und Laos im November unterzeichnete »Ganges-Mekong-Abkommen": Es soll die Wirtschaftsbeziehungen der asiatischen Nachbarn verbessern sowie den Ausbau von Straßen- und Bahnverbindungen fördern, doch die burmesische Demokratiebewegung fürchtet, die Vereinbarungen könnten in erster Linie das Militärregime in Rangun aufwerten. »Zwangsarbeit ist in Burma weit verbreitet, Arbeitsrechte werden ständig verletzt«, sagt Zaw Win Aung von der in Neu-Delhi ansässigen burmesischen Exil-Gewerkschaft FTUB.

Indiens Regierungen, einschließlich der zur- zeit herrschenden Hindu-Partei BJP, haben zwar schon immer mit der Freiheitsbewegung um Burmas Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi sympathisiert. Dennoch wurde der burmesische Armeechef General Maung Aye nur wenige Tage nach Unterzeichnung des Abkommens mit hohen Ehren von Vizepräsident Krishan Kant und Ministerpräsident Atal Behari Vajpayee in Neu-Delhi empfangen.

Die diplomatische Geste hat zwei Gründe. Zum einen unterstützt Maung Aye Indien bei dessen Kampf gegen Waffenschmuggler und separatistische Rebellen entlang der 1600-Kilometer-Grenze zu Burma. Zum anderen will Indien eine weitere Annäherung Burmas an die beiden anderen asiatischen Nuklearmächte abblocken.

Die Militärs in Rangun verstärken seit geraumer Zeit die Kontakte zu Pakistan und insbesondere zu China. Vor allem beunruhigt Neu-Delhi ein chinesischer Horchposten, der auf der zu Burma gehörenden Coco-Insel entsteht - gut 30 Seemeilen von den indischen Andamanen-Inseln entfernt.

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