INTELLIGENZ-TEST
(Nr. 24/1969. Rudolf Augstein: Wahlen)
Wenn Moritz Pfeil über die Jahre hin den SPIEGEL gelesen hätte, wüßte Herr Augstein genauso sicher wie ich, was das für eine miese Sache ist, die er heute retten möchte: der »repräsentative« Parlamentarismus, mit Korruption gemästet, mit Heuchelei ("christlich«, »demokratisch") drapiert.
Berlin PAUL KALTENBORN
In dem vorzüglichen Artikel von Rudolf Augstein Ist eine Koalitionsmöglichkeit ausgelassen, nämlich die zwischen der CDU/CSU-Fraktion und der möglicherweise im Bundestag einziehenden NPD-Fraktion. Bei Franz-Josef Strauß, dem zur Zeit stärksten Mann in der CDU/CSU, ist kein Ding unmöglich, trotz München.
Hamburg WILLY MAX RADEMACHER
Immer wieder lassen Sie sich in Ihren politischen Betrachtungen von den Wunschbildern einer »schlagkräftigen Opposition« und einer »in sich handlungsfähigen Regierung« leiten -- stets angelehnt an das makabre und destruktive Vorbild Englands oder an das korrupte, negative Wechselspiel der USA! Dem seit 121 Jahren, ohne Kanzler und ohne Premierminister, besten Regierungssystem der Welt, wo, nicht wie überall sonst, die Parteipolitik, sondern die höchstmögliche Vernunft regiert -- dieser allein nachahmenswerten Regierungsform, der schweizerischen, haben Sie noch keinen Gedanken geschenkt, weshalb denn all Ihre Bemühungen um ein besseres Deutschland bis anhin zu Recht im Sand verlaufen sind.
Melide (Schweiz) FRANZ NOSEDA
Möge alsbald einmal das Wahlrecht nur aufgrund eines Intelligenz-Testes gestattet werden -- die Schweiz war klüger. (Ausnahmen bestätigen die Regel.)
Niederhöchstadt (Hessen) ERIKA LAUE
Warum sprechen Sie in Ihrer sonst so klugen Analyse zu den Bundestagswahlen bei der CDU/CSU immer von Namens-Christen -- andererseits bei der SPD nicht von Namens-Sozialisten?
Schmalenbeck (Schl.-Holst.)
ECKART ELBERTZHAGEN