»Kiss it!« - DER SPIEGEL
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»Kiss it!«

• aus SPIEGEL Chronik 54/1997
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Der Skandal hat die Amerikaner gespalten: Während die einen T-Shirts anlegten mit dem Aufdruck »Kiss it, Paula kiss it!« trugen andere diese Botschaft zu Markte: »George Bush hat uns wenigstens nur aufgefordert, seinen Hintern zu küssen.«

Bei dem textilen Diskurs über Liebkosungen geht es um den amtierenden Präsidenten Bill Clinton, 51, genauer: um den präsidialen Penis, und das im Mai 1998 möglicherweise auch vor Gericht. Denn im August entschied der Oberste Gerichtshof, daß sich Clinton noch während seiner Amtszeit den Anschuldigungen vor Gericht zu stellen hat. Sein Glied zu küssen soll Clinton die heute 30 Jahre alte Paula Corbin Jones aufgefordert haben, und zwar am 8. Mai 1991 in einem Zimmer des feinsten Hotels von Little Rock im Bundesstaat Arkansas, wo Clinton Gouverneur und Corbin eine kleine Staatsangestellte war. Sie will ihm nicht zu Willen gewesen sein und verklagte den Staatsmann wegen sexueller Belästigung. Beraten und gesponsert von rechten Bürgerinitiativen, fordert sie eine Entschuldigung und 700 000 Dollar Schadensersatz.

Clinton, dessen überschäumende Libido öffentliches Thema ist, bestreitet alles. Er zeigte sich gleichwohl bereit, eine Ehrenerklärung für Miss Jones abzugeben und zu zahlen - für einen wohltätigen Zweck. Sie lehnte ab, woraufhin ihre Anwälte das Mandat niederlegten und 800 000 Dollar Honorar verlangten. Die neu eingesprungene Law firm beharrt auf dem Gerichtstermin. Schließlich weiß Frau Jones angeblich über markante Merkmale der Clintonschen Männlichkeit auszusagen, zu denen sich der mächtigste Mann der Welt unter Eid äußern müßte. Eine diesbezügliche medizinische Inspektion fand bereits statt - ohne besonderen Befund.

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