»Kissinger«, »Brand«, »Batzel«, »Schell«
FRAGE: Welche Parteien in der Bundesrepublik kennst du?
Von den meisten Schülern wurden die Abkürzungen von drei und mehr Parteien genannt. Dabei ergab sich folgende Reihenfolge: Etwa 98 Prozent aller Schüler wußten die SPD, 96 Prozent die CSU und NPD. Mit deutlichem Abstand folgen die CDU (78 Prozent) und FDP (69 Prozent). Die DKP. häufig auch als KPD bezeichnet, kam immerhin noch auf 43 Prozent.
FRAGE: Weißt du, was die Abkürzungen bedeuten?
Nicht einmal zwei Prozent aller Schüler konnten die Abkürzungen aller vier großen Parteien richtig erklären. Für die SPD wußten zwölf Prozent gar keine, 85 Prozent eine falsche Erklärung wie »soziale« beziehungsweise (weniger häufig) »sozialistische Partei Deutschlands«. Für die CDU unternahmen 39 Prozent keinen Deutungsversuch, von den Antworten war nur ungefähr ein Fünftel richtig, der Rest interpretierte die CDU zumeist als »Christlich-Deutsche Union«. Weit günstiger als die beiden großen Parteien schnitt die CSU ab, deren Abkürzung von 89 Prozent aller Schüler richtig erklärt wurde. Dagegen ist das Ergebnis für die FDP sehr schlecht: Nur zehn Prozent wagten sich an einen Deutungsversuch. nur acht Schüler antworteten richtig, während die übrigen zumeist von der »Freien Deutschen Partei« oder einer »Föderalistischen Deutschen Partei« sprachen.
FRAGE: Welche Politiker kennst du?
Nahezu alle Schüler können zwischen drei und sechs deutsche Politiker nennen. Etwa gleichauf liegen Brandt, Kiesinger, Heinemann. Scheel und Strauß. Mit deutlichem Abstand folgen Helmut Schmidt, Karl Schiller. Alfons Goppel, Käte Strobel, Rainer Barzel und Hans-Jochen Vogel. Erstaunlich sind die fast durchgängigen Namensentstellungen. In nicht weniger als 84 Prozent der Nennungen wird aus Brandt »Brand«, ebenso viele Schüler schreiben »Kissinger« beziehungsweise »Kisinger«. Aus Barzel wird »Batzel«, aus Scheel »Schell« beziehungsweise »Schehl«.
FRAGE: Zu welcher Partei gehören sie jeweils?
Knapp zehn Prozent der Befragten konnten überhaupt keinen Politiker einer Partei zuordnen. Von den restlichen 350 Schülern wußten 97 Prozent die Parteizugehörigkeit von Willy Brandt, 68 Prozent die von Strauß und 28 Prozent die von Kiesinger. Kiesingers Ergebnis ist deshalb so schlecht, weil er von weiteren 39 Prozent der CSU zugeordnet wurde. Auffallend ist, daß etwa sieben Prozent der Schüler Franz Josef Strauß als Mitglied der SPD oder FDP ansahen.
FRAGE: Welche Unterschiede zwischen den Parteien kennst du?
Auf diese Frage gaben nur zwölf Prozent der Befragten eine Antwort. Ein großer Teil hiervon ist ganz allgemein gehalten und verrät völlige Unkenntnis: »Jede Partei setzt sich für was anderes ein.« »Jede Partei diskutiert über etwas anderes.« »Eine Partei ist gut, die andere nicht.« »Die eine ist für das, die andere für das andere.« »Fast jede Partei tritt für einen bestimmten Punkt ein.« Neben diesen vagen Äußerungen gibt es gelegentlich stark emotionalisierte wie die folgende: »CSU sind Halsabschneider und SPD tut mehr für uns.« Zur Charakterisierung der CDU tragen die insgesamt spärlichen Antworten zusammen: die Partei »ist für christliche Meinungen«. sie wird »Schwarze Partei genannt, denn sie hat Mitglieder von Hitler«. Das Bild der SPD ist noch dürftiger: Sie sorgt für »den Fortschritt. CDU ist nicht für den Fortschritt«.
FRAGE: Welche Politiker imponieren dir am meisten?
Die Mehrzahl der etwa 400 Schüler nannte mehrere Politiker. Relevante Unterschiede in den Antworten von Knaben und Mädchen, Stadt- und Dorfschülern fielen nicht auf. Es ergab sich folgende Reihung: Strauß (96 Stimmen). Brandt (86), Kiesinger (71). Scheel (49), Schiller (31), Heinemann (21), Barzel (19), Goppel (16), Schmidt (14), Vogel (9), Ertl (6).
FRAGE: Würdest du einer Partei beitreten? Begründe deine Entscheidung.
71 Prozent antworteten mit Nein, 24 Prozent mit Ja, der Rest äußerte sich nicht. Für eine bestimmte Partei entschieden sich nur acht Schüler, Diejenigen, die in eine Partei eintreten würden, begründeten ihre Entscheidung zumeist damit, daß sie dann mehr erfahren könnten und größere Möglichkeiten der Mitwirkung hätten. Einige Antworten waren: »Ja, den da in einer Partei erfärt man was wirklich passirt, der Öffentlichkeit wird viel vorgelogen.« »Ja, ich könnte den Bürgern helfen und die Steuern runterdrücken.« »Ja, auch meine Entscheidung kann für Deutschland zählen.« »Ja, denn sonst würde die Menschheit ausgerottet, die Jungen sind die Zukunft.«
FRAGE: Wenn du heute schon wählen dürftest: welche Partei würdest du wählen?
Von den 400 Schülern entschieden sich 286 für eine bestimmte Partei. 138 waren für die CDU/CSU, 123 für die SPD, 18 für die NPD und sieben für die FDP.