Klappe halten - DER SPIEGEL
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Briefe

Klappe halten
• aus DER SPIEGEL 14/1976
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Klappe halten

(Nr. 11/1976, Koalition: Scheels Aktivitäten; Erich Böhme: »Wer holt Walter Scheel vom Eis?«; Nr.l2/19761 SPIEGEL-Gespräch mit SPD-Vize Hans Koschnick über die Zukunft der Bonner Koalition) Walter Scheel soll meinetwegen sein Konterfei der Bundespost zum Abdruck auf Briefmarken zur Verfügung stellen, er soll aber seine Klappe zu Fragen der Koalition oder einem möglichen Koalitionswechsel der Partei. der er mehrere Jahre vorstand, halten. In der FDP gibt es nach wie vor eine Mehrheit, die mit der CDU, und insbesondere mit dieser CDU nicht koalieren will. Feigenblätter wie Albrecht und Kiep können daran nichts ändern. Auch wenn in Hannover die SPD zeigte, daß sie kein zuverlässiger Koalitionspartner ist, bleibt auf Bundesebene die SPD der Partner der FDP -- auch nach der Bundestagswahl. Äußerungen, wie Scheel sie jetzt machte, können nur dazu führen, daß Parteimitglieder wankend werden in ihrer Einschätzung der Situation und daß der Wähler an der Verläßlichkeit der FDP zweifelt.

Munster (Nieders.) FRITZ HULLEN

FDP-Kreisvorstandsmitglied

Jawohl, »Wenn"s dem Esel zu wohl wird ...«. Mit seinen Sprüchen hat Walter Scheel an dem Vertrauen der Wähler genagt. Die CDU wird sich bei ihm bedanken.

Sindelfingen (Bad.-Württ.) MARIANNE TOELPE

Die SPD/FDP-Koalition hat ihre historische Aufgabe der neuen Ost- und Deutschlandpolitik erfüllt. Die Fristenregelung wurde vom Bundesverfassungsgericht verwässert. Statt echter Justiz- und Strafrechtsreform wurde uns eine metternichsche Maulkorbpolitik beschert. Im Mitbestimmungs-, Steuer-, Boden- und Arzneimittelrecht war ohnehin nur Kosmetik zu erwarten. Was soll"s also, diese Koalition ist verbraucht! Die FDP wird nach der Wahl durch eine Koalition mit der CDU/CSU hoffentlich den Strauß-Dregger-Carstens-Flügel abblocken. Die SPD muß sich regenerieren, die Filzokratie nicht nur in den Großstädten überwinden, um in allen Ebenen ab 1980 wieder regierungs- und reformfähig zu sein.

Lehrte (Nieders.) CARL TRUSCHEL

Niedersachsen wissen mehr! Schon vor ungefähr zwei Jahren gab die Härke-Brauerei in Peine Bierdeckel heraus. Es bietet sich dem Betrachter ein Gedankenspielchen an: Warum sollte für die Zukunft das »Wandern« nicht neue Sprachregelung für einen Vorgang sein, der bisher so häßlich direkt als »Umfallen« verhöhnt wurde?

Hannover DR. WALTER HOHMANN

Hans Koschnick läßt sich in jüngster Zeit in der Öffentlichkeit sehr oft vernehmen, ohne sich bei seinen Sprechdurchfällen immer unter geistiger Kontrolle zu halten. Er sollte sich der Selbstdisziplin befleißigen. Mit anderen Worten: Nicht so schnell sprechen, dafür langsamer denken, besser langsamer sprechen und schneller denken. Man gerät als Politiker sonst leicht in Gefahr, nicht ernst genommen zu werden.

Bad Münder (Nieders.) FRITZ DRESCHER

Alter Sozialdemokrat

Erstaunlich, wieviel geistige Energien jetzt schon von allen möglichen und unmöglichen Leuten verbraucht werden, wenn es darum geht, sich über kommende Koalitionen den Kopf zu zerbrechen. Warum verteilt man das Fell schon zu einer Zeit, da der Bär noch gar nicht erlegt ist?

Lünen (Nrdrh.-Westf.) CHRISTOPH SCHULZE

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