MINITRUTH - DER SPIEGEL
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Briefe

MINITRUTH
• aus DER SPIEGEL 13/1970
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MINITRUTH

(Nr. 11/1970, Bertelsmann)

Bei Ihrem ziemlich exakten Bericht über die Mammut-Fusion der »Böses-Blut«-Springer AG mit dem Bertelsmann-Konzern bleibt dem Leser die Spucke beziehungsweise die Sprache weg. Bleibt für den Konsumenten und den Arbeitnehmer des größten Mixedmedia-Imperiums der Welt zu hoffen, daß Einrichtungen wie ein Redaktionsstatut und Gewinnbeteiligung ä la »Stern« und Bertelsmann auch recht bald auf die Springer-Blätter übertragen werden.

Brackwede (Nrdrh.-Westf.)

HANS-JOACHIM HEUEL

Was soll das Klagelied über den plötzlichen Ausbruch der nunmehr Regierenden aus der Anti-Springer-Phalanx früherer Tage? Hat Conny Ahlers denn nicht längst deutlich gemacht, daß nach sozial-liberaler Lesart Meinungs- und Pressefreiheit nicht durch wirtschaftliche Verlegermacht, sondern allein durch eine »Kampfpresse« mit Zielrichtung »Regierung der inneren Reformen« bedroht werde? Crailsheim (Bad.-Württ.)

ULRUCH SCHOLTZ

Jetzt wird wohl jedem deutlich: »Und Ahlers hatte doch recht!«

Dülmen (Nrdrh.-Westf.) M. BLOCK

Es ist mir klar und findet meine Sympathie, daß Sie allen Dingen, die mit Axel Springer zusammenhängen, mit Skepsis (milde gesagt) begegnen. Weniger klar ist mir hingegen, warum Sie trotzdem Ihr Magazin beim Druckhaus Ahrensburg, Ahrensburg bei Hamburg, und Darmstadt (laut Spiegel 11/1970) Eigentum der Axel Springer Verlag AG.) drucken lassen. Hört beim Geld die Feindschaft auf? Diese Ungereimtheit inspiziert mich zu folgendem Reim: »Tretet Springer auf die Finger! Aber füllt ihm peu ä peu das schon volle Portemonnaie!«

Hannover MICHAEL BOLDT

Einen Rat: Wechselt den Drucker, aber nicht Eure Haltung.

Schöningen (Nieders.) GERD BOUSE

Solange es unsere Regierung zuläßt, daß solch eine Informationsballung zustande kommen kann, kann man es den Herren Springer und Mohn doch nicht verdenken, daß sie sich ein Riesenstück aus dem »Wohlstands«-(besser: Inflations-)Kuchen schneiden. An dieser Entwicklung, in der nur der schnöde Mammon bevorzugt wird, hat eindeutig die frühere Regierung schuld. Und die neue verhält sich nicht anders.

Odenthal (Nrdrh.-Westf.)

KLAUS D. WIDDIG

Mein von Ihnen zitierter Ausspruch lautet nicht: »Das ist die übelste Informationspolitik des Hauses Springer bisher«, sondern »Das ist die dümmste Informationspolitik des Hauses Springer.«

Hamburg JOHN JAHR*

»Sie waren so freundlich, meinen sachlichen und kritischen Beitrag zur neuen Ehe Bertelsmann -- Springer im »SPD-Pressedienst« mit einem Satz zu zitieren und diesen dann auch noch wesentlich zu verändern. Ich hatte die Gründe dargestellt, die für die Annahme sprechen, daß Bertelsmann den Weg eines demokratischen und sozialen Kapitalismus (nicht Sozialismus!> einschlagen könnte. Dieser Feststellung habe ich hinzugefügt, durch die neue Kooperation könnten die festgefahrenen Frontstellungen im deutschen Pressewesen vielleicht eher und besser überwunden werden als durch gesetzliche oder andere staatliche Maßnahmen. Das Wort »vielleicht« findet sich in Ihrem Zitat leider nicht. Im übrigen bin ich kein Bertelsmann-Autor, sondern Bertelsmann hat mein letztes Buch »Demokratisierung in Deutschland« freundlicherweise verlegt. Meine anderen wissenschaftlichen Bücher erschienen bei Quelle & Meyer, Kindler und Enke. Ich wünschte der SPIEGEL-Redaktion gelegentlich soviel ökonomischen Pluralismus, wie ich ihn bei der Auswahl meiner Verlage habe. Und schließlich: Wenn Herr Köhnlechner mit seinen Ansichten, die er im SPIEGEL-Gespräch geäußert hat, ernst machen kann, dann hätten wir inhaltlich im Hinblick auf die Demokratisierung wirklich ein progres-

* Teilhaber des Verlagshauses Gruner + Jahr.

sives Unternehmen vor uns. Warum nehmen Sie ihn nicht beim Wort, anstatt zu polemisieren? Bonn

PROFESSOR DR. ULRICH LOHMAR, MDB Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Bildung und Wissenschaft

Hätten wir nur eine informierte Gesellschaft! Statt dessen haben wir leider nur eine deformierte.

Witten (Rhld.-Pf.) KLAUS W. SCHMUCK

Und wenn die politisch farblosen Bertelsmänner eines Tags monocoloriert in Erscheinung treten, was dann?

Ettlingen (Bad.-Württ.) K. OTTENSTRÖER

Nach Lesen Ihres Leitartikels bleibt nur noch eine Frage offen: »Wollt Ihr die totale Information?«

Köln WOLFGANG STÖRMER

Ich weiß nicht, ob Bertelsmann in seinen Programmen George Orwells »1984« verlegt. Wenn ja, dann schlage ich einen neuen Konzernnamen aus firmeneigenem Angebot vor: Minitruth.

Münster (Nrdrh.-Westf.) H. STEIFERT

In Ihrem Schaubild über Aufbau und Beteiligungen der Bertelsmann-Gruppe zeigen Sie für den UBO Mode- und Schnittmuster-Verlag GmbH die Übernahme der Unternehmensleitung durch das Haus Bertelsmann an. Dies ist jedoch unrichtig. Der genannte Verlag wird weiterhin unter seinem Geschäftsführer Gerhard Lange vom Verlagshaus Axel Springer unternehmerisch geführt.

Berlin W. JOACHIM FREYBURG Verlagshaus Axel Springer Abteilung Information

Merke: Mohn ist Opium fürs Volk!

z. Z. Tunis MANFRED SCHWAB

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