»Nicht an den Grenzen rütteln« - DER SPIEGEL
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AFRIKA »Nicht an den Grenzen rütteln«

Eritreas Präsident Isaias Afwerki, 54, über das geplante Friedensabkommen mit Äthiopien
• aus DER SPIEGEL 50/2000
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL: Der Krieg zwischen Eritrea und Äthiopien hat mehrere zehntausend Todesopfer gefordert und über 800 000 Menschen in die Flucht getrieben. Wird das Abkommen, das Sie diese Woche in Algier mit Ihrem Gegenspieler Meles Zenawi schließen, tatsächlich zu einem Frieden führen?

Afwerki: Es sollte zumindest den Ausbruch von Grenzkriegen unmöglich machen. Andererseits wissen wir bis heute nicht, weshalb die äthiopische Regierung in der Vergangenheit die Grenzen nach eigenem Gutdünken revidiert und so vorsätzlich einen Krieg ausgelöst hat.

SPIEGEL: Was ist der Kernpunkt der vorbereiteten Übereinkunft?

Afwerki: Die Vereinbarung beruht auf dem alten Vorschlag der Organisation für Afrikanische Einheit: Der sieht vor allem vor, nicht an den Kolonialgrenzen zu rütteln und diese Grenzen verbindlich zu markieren.

SPIEGEL: Werden Sie von Äthiopien Reparationszahlungen fordern?

Afwerki: Eine Sonderkommission wird sich mit Schadensersatzforderungen befassen. Äthiopien hat nicht nur Zehntausende von Eritreern aus dem Lande gejagt, sondern in einer Art staatlich verordnetem Vandalismus Einrichtungen auf besetztem Gebiet systematisch zerstört. Die Schäden belaufen sich auf mehrere hundert Millionen Dollar.

SPIEGEL: Vertrauen Sie den Uno-Truppen, die den Frieden sichern sollen?

Afwerki: Anders als Äthiopien, das sich lange gewehrt hat, sind wir der Völkergemeinschaft für die Mission dankbar.

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