Russen-Reaktor für das Militärregime - DER SPIEGEL
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BURMA Russen-Reaktor für das Militärregime

• aus DER SPIEGEL 11/2002
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Mit den Vorbereitungen für den Bau eines russischen Zehn-Megawatt-Forschungsreaktors hat die in Rangun regierende Militärjunta für politischen Fallout gesorgt: Die Nachbarstaaten befürchten, dass die finanzschwache Regierung von Staatschef Than Shwe nicht in der Lage ist, auch nur annähernd die für einen solchen Meiler üblichen Sicherheitsstandards einzuhalten. Als weitaus gefährlicher noch wird die Möglichkeit eingeschätzt, der wegen seiner Unterdrückung der Opposition um die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi im Westen geächtete Pariastaat könne sich als Quelle für die unkontrollierte Weitergabe von spaltbarem Material entpuppen. Die Generäle dementieren hartnäckig Behauptungen der Opposition, dass zwei pakistanische Nuklearexperten im Dienst der Junta stünden und dass der 25 Millionen US-Dollar teure Reaktor dazu diene, bombentaugliches Material herzustellen. Es sei vielmehr geplant, die Anlage im zentralburmesischen Magwe für medizinische Zwecke zu nutzen. Seit dem vergangenen Jahr sind 300 burmesische Techniker zur Ausbildung in Moskau. Diplomaten in Rangun weisen darauf hin, dass der Reaktor, der mit Reis und Fischen bezahlt werden soll, auch eine strategische Funktion für das Regime erfüllt. Bedingt durch die Sanktionen des Westens, ist Burma seit der blutigen Niederschlagung der Opposition 1988 fast vollständig in die Abhängigkeit Chinas geraten. Der Kontakt zu Russland, das im vergangenen Jahr zehn MiG-29 Jäger an Rangun verkaufte, soll den übermächtigen Einfluss Pekings aufwiegen.

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