Scheinheilig und verlogen - DER SPIEGEL
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Briefe

Scheinheilig und verlogen
• aus DER SPIEGEL 25/2000
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Scheinheilig und verlogen

Nr. 23/2000, Panorama: Umweltschutz

Sie beschäftigen sich erfreulicherweise mit Heidelberg und der Absicht von konservativen Mitgliedern des Gemeinderates, das Umweltdezernat abzuschaffen. Dies wäre nach der erfolgreichen Geschichte der Heidelberger Umweltpolitik in den letzten zehn Jahren tatsächlich ein Rückschritt. Bei Ihrer Berichterstattung ist die Kosteneinsparung mit dem Wasserkraftwerk der Neckar AG zusammengebracht worden. Über diese Anlage freuen wir uns sehr. Sie versorgt rund 5000 Haushalte umweltfreundlich mit Strom, aber geholfen hat die Stadt nur bei der Vorbereitung des komplizierten Bauverfahrens und mit Beteiligung der Bürger, bezahlt haben wir es jedoch nicht.

HEIDELBERG BEATE WEBER OBERBÜRGERMEISTERIN DER STADT HEIDELBERG

Die abstruse Idee der CDU und der Gruppe »Die Heidelberger«, den auf Vorschlag der GAL 1992 gewählten Umweltbürgermeister Thomas Schaller im Februar 2001 »künftig wegfallen« zu lassen, ist doppelt und dreifach scheinheilig und verlogen. Zur Ehrenrettung der FDP und der Freien Wähler muss gesagt werden, dass ohne deren vier Stimmen der Heidelberger GAU ("Größter Amtsbesetzungsunfug") nicht durchkommt - und die rücken gerade ab von den CDU-Machtspielchen.

HEIDELBERG CHRISTOPH NESTOR VORSTANDSMITGLIED GAL HEIDELBERG

»Die Heidelberger« gehören keinem konservativen Bündnis aus CDU, der Freie-Wähler-Vereinigung und der FDP an, sondern verstehen sich als »unabhängige Wählerinitiative«, die sich - frei von ideologischen Bindungen - mit fünf Mitgliedern im Heidelberger Gemeinderat nur dem Wohl der Bürgerschaft verpflichtet fühlen. »Die Heidelberger« treten für eine Verschlankung des derzeit (bei nur rund 130 000 Einwohnern) aus insgesamt vier Bürgermeisterstellen bestehenden Verwaltungskopfes ein. Sie - und nicht die CDU! - haben wegen des in Heidelberg durch eine jahrelange Vorzugsbehandlung der Umweltpolitik in allen Ämtern nunmehr fest implantierten Umweltgedankens vorgeschlagen, das Dezernat IV »Umwelt und Energie« aufzulösen und dessen einzelne Ämter anderen Dezernaten zuzuordnen. Durch diesen Verwaltungsakt könnte der Dezernatsposten des jetzigen so genannten Umweltbürgermeisters eingespart werden, ohne dass dem Umweltschutz ein Schaden zugefügt würde.

HEIDELBERG DR. HORST EICHLER UNABHÄNGIGE WÄHLERINITIATIVE »DIE HEIDELBERGER«

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