Schröders tiefer Fall - DER SPIEGEL
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Umfrage Schröders tiefer Fall

Von Hans Michael Kloth
• aus DER SPIEGEL 4/2003
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Welch ein Absturz: Von Platz 2 ist Bundeskanzler Gerhard Schröder in der Beliebtheitsskala deutscher Politiker weit zurück auf Platz 8 gefallen. Gerade noch die Hälfte der von NFO-Infratest im Auftrag des SPIEGEL einvernommenen Bundesbürger wünscht sich im Januar auch künftig eine »wichtige Rolle« für den Regierungschef - bei der letzten Umfrage kurz vor der Wahl im September 2002 waren es 73 Prozent.

Erstmals seit Oktober 1999 ist Schröder nicht mehr der beliebteste SPD-Politiker. Kabinettsneuling Wolfgang Clement liegt nun 7 Punkte vor ihm, auch Innenminister Otto Schily ist vorbeigezogen.

Insgesamt ist die Unzufriedenheit mit der Arbeit der Bundesregierung enorm: 80 Prozent der Befragten bewerten sie negativ. Zwar wird die Opposition ebenfalls von einer Mehrheit (56 Prozent) kritisiert, aber stünden an diesem Sonntag Bundestagswahlen an, käme die SPD nur auf 30 Prozent der Stimmen. Rot-Grün läge mit 41 Prozent klar hinter Union und FDP (zusammen bei 53 Prozent).

Und in der Irak-Frage steht der Kanzler mächtig unter Druck. Jedes andere Votum als ein klares »Nein« im Uno-Sicherheitsrat zu einem Krieg im Irak würden fast zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten als Wahlbetrug empfinden - im Osten sogar 72 Prozent. Mit seinem Machtwort gegen die von Wirtschaftsminister Clement ins Spiel gebrachte höhere Neuverschuldung scheint Schröder die Stimmung im Land indessen getroffen zu haben. 57 Prozent sprechen sich gegen weitere Kreditaufnahmen und für striktes Sparen aus.

Der Kanzler-Malus lastet offenbar auch auf den SPD-Spitzenkandidaten für die Landtagswahlen in Niedersachsen und Hessen, Sigmar Gabriel und Gerhard Bökel. In Schröders Stammland liegt die SPD nach den neuesten Infratest-Zahlen 9 Prozentpunkte hinter der CDU - selbst mit den Grünen würde es derzeit nicht reichen. In Hessen könnte CDU-Ministerpräsident Roland Koch nach einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen allein regieren, sollte die FDP an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Für eine Mehrheit der befragten Deutschen wäre Rot-Grün in Berlin damit eigentlich am Ende. Sollte die CDU beide Wahlen gewinnen und so ihren Vorsprung in der Länderkammer ausbauen, wünschen sich 54 Prozent eine Große Koalition im Bund.

HANS MICHAEL KLOTH

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Massenhaft unzufrieden »Sind Sie mit der Arbeit der Bundesregierung in folgenden Bereichen zufrieden?«

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Nein zum Krieg »Wie würden Sie es empfinden, wenn Deutschland bei einer Abstimmung im Uno-Sicherheitsrat nicht gegen einen Irak-Krieg stimmen würde?«

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Stoibers Comeback Infratest nannte die Namen von 20 Spitzenpolitikern. Der Anteil der Befragten, die es gern sähen, wenn der jeweilige Politiker künftig »eine wichtige Rolle spielen« würde, und die Veränderungen zur letzten Infratest-Umfrage im September 2002

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Sonntagsfrage »Welche Partei würden Sie wählen, wenn am nächsten Sonntag. . .

... Landtagswahl in Niedersachsen wäre?«

. . . Bundestagswahl wäre?«

. . . Landtagswahl in Hessen wäre?«

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