SITZPLATZ
(Nr. 22/1959, Schulen)
Herr Lehrer Laubert trainiert also die Denkfähigkeit seiner Schüler durch Grußverweigerungserlaubnis bei »saurem« Gemütszustand. Statt mit »fortschrittlichen« Schlagworten zu hantieren« sollte er sich über den Sinn des Grußes allgemein und über den Zweck dieser Höflichkeitsgeste im besonderen unter gegenseitig sich tolerierenden Mitmenschen Gedanken machen.
Syke (Nieders.) D. GRAEMER
Seit Jahren ich bin seit 17 Jahren im Schuldienst -- bemühe ich mich, Recht, Sitte und Ordnung in der deutschen Schule dadurch zu untergraben, daß ich auf Gebet und Gruß vor dem Unterricht verzichte. Was aber geschieht? Mehr oder minder freundliche (meist minder) Ermahnungen von selten der Religionslehrer haben ja seit dem »Hessischen Schulgebetsurteil« aufgehört, aber es gelingt mir einfach nicht, die ach so antiautoritäre Schülerschaft dazu zu bewegen sitzenzubleiben, wenn ich einen Klassenraum betrete. Gewiß -- nicht alle erheben sich, aber es ist mir nachgerade peinlich, wenn sich zum Beispiel junge Damen von an die 20 Jahren wie die Stehaufmännchen
Kassel ERNST HERRMANN
Oberstudienrat
Immer wieder diese diskriminierende Berichterstattung über Bayern! Mir scheint allmählich, der SPIEGEL ist a rechter Saupreiß, dem an seinen bayrischen Lesern wenig gelegen ist; andernfalls würde er sich doch wohl bemühen, seine antibayrischen Vorurteile abzubauen. Sollte er dazu aber wider Erwarten bereit sein, darf sein Bekehrungswille nicht an mangelnder Sachkenntnis scheitern. Darum sei ihm mitgeteilt: Der Klassengruß, den Herr Laubert im nordbadischen Boxberg eingeführt hat, wird in Bayern schon seit Jahren praktiziert. Als Lehrer an einem bayrischen Gymnasium weiß ich das zuverlässig.
Günzburg (Bayern) FRIEDRICH ZIMMERMANN
Man könnte meinen, die Lehrer hätten selbst nie die Schulbank gedrückt -- pardon -- natürlich davor gestanden und in diesem herrlichen Gebrüll, das so einzigartig Deckung vor Entdeckung des einzelnen Schreiers bot, alles das zum Ausdruck gebracht, was deutlicher zu sagen sonst verwehrt war. Man ist fast versucht zu sagen: »Beachten Sie doch bitte künftig, liebe Herren Lehrer, wie variabel so ein »Grüß Gott, Herr Lehrer« aus verschiedenen Kehlen je nach Lautstärke, Dehnung und Betonung sein kann. Sie haben so gleichzeitig eine ausgezeichnete Möglichkeit, Ihren persönlichen Grad an Beliebtheit kennenzulernen.«
Frankfurt HELGA ROMBERG
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