Wissen ist Kulturgut
Nr. 47/2000, Bildung: Studieren im Netz
Bisher waren wir Lehrer und Hochschullehrer die Garanten, dass Wissen auf folgende Generationen übertragen wird, und da lassen wir uns auch im Internet-Zeitalter nicht die Butter vom Brot nehmen. Wir haben lange Erfahrungen in der Ausübung unseres Berufs, wir wissen, wie Wissen verwaltet und einem möglichst großen Kreis von Lernenden zugänglich gemacht werden kann. Den Effizienzgrad des Internet schätzen wir. Wozu brauchen wir die Ideen kommerzorientierter außerschulischer oder außeruniversitärer Betriebe aus der Verlagsbranche? Wissen ist Kulturgut und keine Ware, mit der man Geld machen kann. Das 20. Jahrhundert mit Autoritätsvorstellungen etablierter Kreise ist vorbei. Darüber nachzudenken könnte nicht schaden.
HAMBURG PROF. DR. PETER VON SENGBUSCH
Die Idee mit der Weiterqualifizierung für Berufstätige im Uni-Sektor ist sicher prinzipiell gut. Ich studiere selbst »Schulmanagement« am Zentrum für Fernstudien und Universitäre Weiterbildung der Uni Kaiserslautern, stelle aber bereits nach kurzer Zeit zwei »Kinderkrankheiten« eines derartigen Studiums fest: Zum einen scheint man in diesem Bereich nicht hinreichend auf berufserfahrene Studenten vorbereitet, zum anderen wird beim Online-Studium wohl generell das starke Kommunikationsbedürfnis der Studierenden unterschätzt und entsprechend wenig berücksichtigt. Online pur bringt's nicht.
BITBURG (RHEINL.-PFALZ) LOTHAR ZEPP