Olaf Scholz, Bundeskanzler
»Vergessen wir nicht, Russland ist für diesen Krieg verantwortlich. Und es ist Russlands Präsident, der ihn mit einem einzigen Befehl jederzeit beenden kann.«
Klare Worte in Richtung Russland von Olaf Scholz vor der Uno-Vollversammlung. Am Mittwoch sprach der Bundeskanzler in New York und bekräftigte die Position Deutschlands, sich um ein Ende des Ukrainekriegs zu bemühen.
Olaf Scholz, Bundeskanzler
»Gerade, weil dieser Krieg unerträgliche Folgen rund um den Globus hat, ist es gut und richtig, dass sich die Welt an der Suche nach Frieden beteiligt. Und zu gleich müssen wir uns vor Scheinlösungen hüten.«
Unterstützung, die er gut gebrauchen kann: Wolodymyr Selenskyj kämpft darum, dass der Krieg in seinem Land international nicht nach und nach an Aufmerksamkeit verliert.
Wolodymyr Selenskyj, Präsident Ukraine
»Die Besetzer müssen in ihr eigenes Land zurückkehren. Wir müssen vereint sein, um das zu schaffen. Und das werden wir.«
Marc Pitzke, DER SPIEGEL
»Er hatte eine sehr schwere Aufgabe, er muss eine Koalition stärken, die am Rande so ein bisschen ausfranst, es ist die Koalition des Westens und auch anderer Staaten hinter der Ukraine. Denn das ist hier schon zu spüren und das sagen einem auch viele und nicht unbedingt nicht immer nur unter der Hand, dass man so langsam Erschöpfungserscheinungen hat, was den Krieg angeht, dass es auch andere Themen gibt, dass auch andere Länder leiden. Hier ist viel diese Woche die Rede von Marokko, dem Erdbeben, von der Unwetterkatastrophe in Libyen, von der Klimakrise, von den Nachhaltigkeitszielen, die nicht erfüllt wurden, die sich die Uno gesetzt hat. Viele Themen, die auch fest auf der Tagesordnung stehen und da fällt es einem wie Selenskyj, trotz dieses doch übermächtigen Krieges, schwer hier durchzukommen.«
Wolodymyr Selenskyj, Präsident Ukraine
»Kriegsverbrechen müssen bestraft werden, deportierte Menschen müssen wieder heimkehren.
Marc Pitzke, DER SPIEGEL
»Was mir aufgefallen ist, ist – und ich war mit im Saal – der Saal war halb leer. Eigentlich denkt man, wenn einer wie Selenskyj aus dem Kriegsgebiet hierherkommt, zum ersten Mal, seit es diesen Krieg gibt, da kommt man, da ist der Saal voll, da setzt man sich hin. Die Stimmung dreht sich so ein bisschen und das wird Selenskyj am Donnerstag erst recht merken, wenn er nach Washington reist. Da ist letztes Jahr groß gefeiert worden, das wird jetzt natürlich nicht mehr so sein. Klar, er wird bei Joe Biden im Weißen Haus sein, aber im Kongress weht ein ganz anderer Wind. Die Republikaner wenden sich immer mehr von der Ukraine ab und alles guckt natürlich auf die nächste Präsidentschaftswahl. Wenn ein Republikaner gewinnt, sagen wir mal Donald Trump, wenn der antritt und gewinnt, dann ist sowieso das Ende der Ukraine … Trump hat gesagt, er will den Krieg innerhalb von 24 Stunden beenden, was genau das heißt, weiß man nicht. Aber das klingt nicht gut für die Ukraine und doch etwas besser für Putin. Also, schwere Mission für Selenskyj hier in New York, er hat gesagt, was er sagen musste, die Frage ist, ob die Leute ihm und wie viele Leute ihm auch gehört hat.«