Zwei Clinton-Klone - DER SPIEGEL
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Briefe

Zwei Clinton-Klone
• aus DER SPIEGEL 47/2000
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Zwei Clinton-Klone

Nr. 45/2000, Titel: Nach Clinton: Wohin steuert Amerika?

Ein selten gut geschriebener Artikel über die Verhältnisse in den USA kurz vor den Präsidentschaftswahlen, erweitert um ein Interview mit Chalmers Johnson, das man eher einem linken europäischen Intellektuellen der 68er-Generation zugetraut hätte und nicht einem ehemaligen Berater der CIA. Was dabei auffällt, dass oft, auch früher schon, sich ehemalige Agenten, Berater, Politiker (McNamara) und Militärs aus ihrem Rentnerdasein melden und durch Interviews, Bücher und andere Veröffentlichungen ihr früheres Tun geißeln. Könnten diese ehrenwerten Leute bitte schon vorm Eintritt ins Rentenalter mit dem »Denken« anfangen?!

LEONBERG (BAD.-WÜRTT.) RUDI REINHARDT

Erich Follath hat da einen großartigen Artikel verfasst. Besonders treffend ist seine Feststellung, dass der Mammon für viele der neue Gott ist. Wenn man das »US-Wonderland« genauer betrachtet, kann man sich nur wundern: ein lausiges Schulsystem, ein löchriges Sozialsystem, eine holprige Infrastruktur. Und es gibt zwei Kandidaten, die in Wirklichkeit zum selben Club gehören. Dass die Wahlschlacht in ein kleines Chaos einmündet, ist kein gutes Zeichen.

HAMBURG KLAUS-G. WALTHER

Wenn er's verdient, muss der SPIEGEL auch mal gelobt werden: Ihre Titel-Geschichte über die USA war das Beste, was in Deutschland zu dem Thema erschienen ist. Bleibt nur zu hoffen, dass es Gore schafft: Er ist der bessere Clinton-Klon.

FRANKFURT AM MAIN DORIS LEHMANN

Als 1992, im Vorwahlkampf des Staates New Hampshire, die Affäre des Präsidentschaftsbewerbers Bill Clinton mit einer gewissen Gennifer Flowers ans Licht kam und die politische Karriere des Demokraten bedrohte, flog der damalige Gouverneur zurück in seinen Heimatstaat Arkansas, um die Hinrichtung des hirngeschädigten Ricky Ray Rector zu überwachen. Der Hinrichtungsrekordhalter George W. Bush wäre ein würdiger Nachfolger Clintons.

LEMGO (NRDRH.-WESTF.) UWE TÜNNERMAN

Die USA steuern zu noch größeren zukünftigen Triumphen in Ökonomie, Politik, Kultur und im Militärsektor. Der essenzielle Vorsprung vor Europa und Asien, von dem aus sie am Ende des Kalten Krieges 1990 gestartet sind, wird sie lange uneinholbar machen. Die Grundlagen für die heutige globale Dominanz der Wirtschaftsmacht Amerika sowie der Militärmacht und des politischen Einflusses wurden während der Präsidentschaft von Theodore Roosevelt 1901 bis 1909 gelegt und durch die ideologische Führung von Woodrow Wilson, seinem späteren Nachfolger im Amt. Der heutige überragende Erfolg hat lange Wurzeln in Geschichte und Tradition dieser einzigartigen Nation.

DARMSTADT DR. BRITTA A. MÖSER

Zu Ihrer Titelgeschichte gibt es nur einen Kommentar: »Gefährlich ist's, den Leu zu wecken, verderblich ist des Tigers Zahn, jedoch der schrecklichste der Schrecken sind die USA im Größenwahn!«

BONN-BAD GODESBERG HELMA A. SEIDEL

Das Titelbild des SPIEGEL mit der »frischen Besatzung« auf dem Sujet des Leutze-Gemäldes von 1851 ist eine Meisterleistung, Kompliment! Statt »Wohin steuert Amerika?« hätte man sich als Text auch »American boat people«? vorstellen können.

WIL (SCHWEIZ) PAUL WORMSER

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