Bahn: Bundesnetzagentur überprüft Preiserhöhungen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Bahn Bundesnetzagentur überprüft Preiserhöhungen

Die Bahn stößt mit ihren geplanten Preiserhöhungen im Fernverkehr weiter auf massiven Gegenwind. Jetzt hat sich die Bundesnetzagentur eingeschaltet. Sie will die umstrittene Maßnahme genau unter die Lupe nehmen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Die Bundesnetzagentur lasse derzeit ein Gutachten erstellen, in dem die Entgeltkalkulation der Bahn-Tochter DB Netz für das Schienennetz überprüft wird, berichtete "Euro am Sonntag" heute vorab. Das Magazin beruft sich auf ein Schreiben der Agentur an den Grünen-Verkehrsexperten Winfried Hermann.

Die Bahn will zum 1. Januar 2007 die Preise für Fahrkarten im Fernverkehr um durchschnittlich 5,6 Prozent anheben.

Auf Grundlage des Gutachtens, das für Anfang 2007 erwartet wird, wolle Netzagentur-Chef Matthias Kurt Entgeltfragen klären und Trassengebühren überprüfen, schreibt das Magazin weiter. Diese schlagen bei den Preiserhöhungen im Fernverkehr mit rund drei Prozent zu Buche. Hermann habe um die Einleitung eines Prüfverfahrens gebeten, "weil die DB Netz AG die Preise für Trassen, auf denen DB-Unternehmen de facto ein Monopol haben, senkt oder nicht steigert, während sie die Preise der anderen Trassen massiv anhebt."

Sollten sich die Vorwürfe erhärten, erwartet der Grünen-Abgeordnete dem Bericht zufolge eine nachträgliche Korrektur der geplanten Tarifanhebung.

Die Netzagentur stellte allerdings klar, dass sie nach dem Allgemeinen Eisenbahngesetz keine Befugnisse habe, Endmarktpreise zu prüfen und damit die Tarifanhebung zu korrigieren.

Mehrere Bundesländer hatten bereits Kritik an den Preiserhöhungen geübt. Bundesverkehrsminister Tiefensee forderte eine bessere Begründung der Bahn für den Schritt.

har/ap

Verwandte Artikel