Expo 2000 Im Zeichen des Wals
Hannover - Der einem Wal nachempfundene "Pavillon der Hoffnung" des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM) setzte sich in einer Umfrage unter ZDF-Zuschauern und Lesern des Magazins "Bunte" als Symbol für die Expo 2000 durch. Neben dem Siegerpavillon hatten der Fernsehsender und das Magazin neun andere Bauten auf dem Expo-Gelände zur Wahl gestellt.
Von rund 250.000 Teilnehmern entschieden sich 217.000 für den Wal, die übrigen neun Vorschläge für das markanteste Bauwerk der Expo konnten zusammen gerade einmal 33.000 Stimmen verzeichnen. Platz zwei belegte das größte Holzdach der Welt, die Expo-Postbox erreichte Platz drei. Der Deutsche Pavillon mit der Expo-Plaza kam lediglich auf Platz sechs.
Der 20 mal 70 Meter große "Pavillon der Hoffnung" befindet sich am Südende des Expo-Geländes und steht unter dem Motto "Welcome to the Future". Neben dem CVJM sind auch die Organisation World Vision und die Deutsche Evangelische Allianz an dem Projekt beteiligt. Das Gebäude, in dem unter anderem Hilfsprojekte aus aller Welt vorgestellt werden, solle Treffpunkt für die Jugendlichen der Welt sein, sagte Ulrich Parzany vom CVJM-Gesamtvorstand.
ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender nannte den Siegerpavillon einen treffenden Ausdruck der ersten Weltausstellung in Deutschland. Der Wal sei ein Symbol für die Freiheit und Geborgenheit, für hohe Intelligenz und gesellschaftliches Leben, erklärte er nach der Entscheidung am Mittwoch in Hannover.
Kritiker hatten beklagt, dass der ersten Weltausstellung des neuen Jahrtausends ein Symbol wie der Eiffelturm oder das 1958 in Brüssel errichtete Atomium fehlen würde. Ein offizielles Wahrzeichen war jedoch laut Expo-Chefin Birgit Breuel nie geplant. Mit der Aktion von ZDF und "Bunte", so Breuel, hätten nun die potenziellen Besucher über das Symbol der Schau entschieden.
Dass der Wal ähnlich wie der Eiffelturm über die Expo hinaus Bestand hat, ist allerdings nicht zu erwarten. Das Wahrzeichen von Paris, das der Ingenieur Gustave Eiffel für die Weltausstellung 1889 errichtet hatte, war von Kritikern zunächst als "Schändung" geschmäht worden. Dennoch wurde die 300 Meter hohe Stahlkonstruktion nicht, wie ursprünglich geplant, nach dem Ende der internationalen Leistungsschau abgerissen.
Der "Pavillon der Hoffnung" wird dagegen nach den bisherigen Plänen nach der Expo 2000 wieder abgebaut. Das Gebäude steht in einem Landschaftsschutzgebiet, und der CVJM bekam die Baugenehmigung nur unter der Bedingung, dass am 28. Februar 2001 das Gelände ohne den Pavillon zurück an die Stadt Hannover gegeben werden kann.