Expo-Kritik: Laos - Der stoische Mönch - DER SPIEGEL
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Expo-Kritik Laos - Der stoische Mönch

Bis vor wenigen Jahren hatte sich Laos von der Außenwelt völlig abgeschottet. Jetzt präsentiert sich das Land auf der Expo umso offener.
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Hauptattraktion der Selbstdarstellung von Laos ist sicher der kleine glatzköpfige Buddha-Mönch. Mit stoischer Ruhe lässt er das Blitzlichtgewitter der Gäste über sich ergehen. Die Menschentraube der Neugierigen scheint er nicht einmal zu bemerken.

Der eindrucksvolle Tempel, der die Aufmerksamkeit der Besucher von Halle 26 erregt, repräsentiert die Vergangenheit in Laos. Im Hintergrund erhebt sich bereits die Zukunft in Form der Nachbildung des Daches, das auf den Hallen des neuen Flughafens in Laos thront. In Hannover überdacht die Zukunft symbolisch die Gegenwart, die Neugierigen auf Schautafeln mit eindrucksvollen Bildern näher gebracht wird.

Der buddhistische Tempel empfängt die Gäste - in seinem Inneren erfahren die Expo-Besucher mehr über das traditionelle Leben in Laos. Die Bevölkerung setzt sich aus 68 Stämme zusammen. Jeder einzelne hat seine eigene Kultur, seine eigene Sprache und seine eigenen Trachten. "Diese Vielfalt wollen wir auch in der Zukunft erhalten", betonen die Laoten.

Beeindruckend sind die sieben Projekte, die für das moderne Laos stehen. Da geht es etwa um die Räumung von gefährlichen Kriegsrelikten aus dem Indochinakrieg: Rund 30 Prozent der Bomben, die damals auch auf Laos fielen, sind nicht explodiert - aber noch immer scharf. Nahezu 50 Prozent des Landes sind betroffen. Erst jetzt werden Räumkommandos aus den Regionen ausgebildet.

Offen gibt sich das Land auch in der Drogenbekämpfung - so die Botschaft auf der Expo. Viele Bauern verdienen mit dem Opiumrohstoff ihr Geld. Die Regierung will nun Alternativen zum Mohn-Anbau aufzeigen. "Das ist der einzige Weg, das Drogenproblem wirksam zu bekämpfen", unterstreicht ein Vertreter am Stand: "Wir müssen an der Wurzel ansetzen und die Produktion von Anfang an verhindern."

Das Land, das bis vor wenigen Jahren in absoluter Isolation von der westlichen Welt und zum Teil auch seinen Nachbarn lebte, will trotz aller Offenheit seine Kultur und Lebensweisen schützen. "Wir müssen den Laos-Stil erhalten", erklärt ein Vertreter am Stand. Die Botschaft der Laoten auf der Expo lautet aber trotzdem: Wir wollen ein Teil der internationalen Gemeinschaft sein.

Das Flughafendach symbolisiert auch die Hoffnung, dass in den kommenden Jahren viele Touristen durch dieses Tor in der Hauptstadt Vientiane in das arme Land strömen. Von ihnen erwarten die Laoten wichtige Devisen, um ihre desolate Wirtschaft anzukurbeln.

Bewertung:
Note: 3
Prädikat: Offen
Verweildauer: Fünfzehn Minuten
Erholungswert: Der Mönch strahlt eine unglaubliche Ruhe aus.

Thorsten Pifan


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Auf einen Blick: Von A bis Z - Die Expo-Teilnehmer

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