"Stuttgart 21": Stationen eines umstrittenen Mega-Bauprojekts - DER SPIEGEL
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"Stuttgart 21" Stationen eines umstrittenen Mega-Bauprojekts

Ein unterirdischer Bahnhof, ein neun Kilometer langer Tunnel, ein neuer Stadtteil so groß wie 140 Fußballfelder - und fast fünf Milliarden Euro Kosten: Heute wurde über das Mega-Bauvorhaben "Stuttgart 21" entschieden. SPIEGEL ONLINE dokumentiert die Stationen des Projekts.
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Stuttgart/Berlin - Das politische Gezerre um "Stuttgart 21" dauert nun schon 13 Jahre. So lange ist es her, dass die Verkehrs- und Stadtplaner in Baden-Württemberg und der Landeshauptstadt Stuttgart mit Bund und Bahn erstmals ihre Pläne für das Mega-Bauvorhaben präsentiert haben. Viele Bürger, Landes- und Kommunalpolitiker in der Region verbinden große Hoffnungen mit dem Projekt - allerdings gibt es auch zahlreiche erbitterte Gegner. SPIEGEL ONLINE dokumentiert die wichtigsten Etappen im Planungsverfahren:

Achtziger Jahre: Erste Überlegungen zur Umgestaltung des Stuttgarter Hauptbahnhofs kommen auf. Der 1922 eröffnete Bahnknotenpunkt gilt als sanierungsbedürftig.

1994: Das Projekt "Stuttgart 21" wird erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Es sieht einen neuen Hauptbahnhof am alten Standort vor, eine Anbindung an den Flughafen, eine Hochgeschwindigkeitsstrecke und die Verwertung von freiwerdenden Bahnflächen als Immobilien.

7. November 1995: Land, Stadt und Region verständigen sich mit der Deutschen Bahn AG und dem Bund grundsätzlich auf das Projekt "Stuttgart 21" und die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm.

1997: Aus einem Wettbewerb zur Neugestaltung des Hauptbahnhofs geht das Düsseldorfer Architekturbüro Ingenhoven, Overdiek und Partner als Sieger hervor. Das futuristische Konzept sieht eine unterirdische Bahnstation vor, die über große "Bullaugen" mit Tageslicht versorgt wird.

1998/1999: Die Planungen geraten ins Stocken. Es kommt zu Nachverhandlungen über die Finanzierung.

2001: In einer Vereinbarung wird festgelegt, dass das Land Baden-Württemberg Kostenanteile des Bundes vorfinanziert. Dennoch kommt es in der Folgezeit immer wieder zu Spekulationen über Ausstiegspläne von Bund und Bahn.

Juli 2001: Die Planfeststellungsverfahren laufen an.

April 2003: Es beginnt ein Erörterungsverfahren, bei dem das Regierungspräsidium Stuttgart insgesamt 5200 Einwendungen von privater Seite gegen das umstrittene Projekt prüft.

Februar 2005: Das Eisenbahn-Bundesamt erlässt den Planfeststellungsbeschluss für den Umbau des Bahnhofs.

April 2006: Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg weist mehrere Klagen von "Stuttgart 21"-Gegnern zurück.

Juni 2006: Bund, Bahn und Land vereinbaren, im Oktober endgültig über das Projekt und die noch nicht abschließend geklärte Finanzierung zu entscheiden - der Termin wird jedoch mehrfach verschoben.

Oktober 2006: Die Entscheidung wird abermals verschoben, weil der Bund die Kosten genauer überprüfen lassen will.

April 2007: Bei einem Spitzengespräch in Berlin kündigt Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) eine Entscheidung bis Sommer an.

Juni und Juli 2007: Ministerpräsident Günther Oettinger, Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (beide CDU) und Bahn-Chef Hartmut Mehdorn treffen sich zu weiteren Spitzengesprächen. Dabei geht es um die Frage, wer für Baurisiken aufkommt.

19. Juli 2007: Entscheidendes Spitzengespräch in Berlin zwischen Tiefensee, Mehdorn und Oettinger. Bis 20. Juli muss der Bund bei der EU Förderanträge für die Projekte einreichen.

sto/har/ddp

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