Weltausstellung Autokritiker rechnen mit Verkehrsinfarkt
Hannover - "Selbst wenn alles läuft wie geplant, wird es nicht laufen. Und es wird nicht laufen wie geplant", sagte der Landesvorsitzende des VCD, Michael Frömming, in Hannover. Der VCD gilt als autokritischer und umweltorientierter Verband. Er hat in Niedersachsen nach eigenen Angaben rund 7500 Mitglieder.
Die Expo-Gesellschaft habe sich die Verkehrsströme zu der Veranstaltung aus politischen Motiven "schön gerechnet". Sie wolle auf diese Weise "das Konfliktpotenzial Verkehr gering halten."
Das zur Expo in Hannover ausgebaute Verkehrsleitsystem "Move" stelle zu sehr das Auto in den Mittelpunkt, betonte Frömming. "Das ist nicht sehr zukunftsweisend".
Scharfe Kritik äußerte der Verkehrsexperte an der Deutschen Bahn AG. Der VCD werde mit Aktionen gegen die Pläne der Bahn protestieren, in ICEs von und nach Hannover Zuschläge von 24 Mark in der zweiten Klasse und 36 Mark in der ersten Klasse zu erheben.
Das Kapazitätsproblem habe sich über Jahre hinweg angedeutet. "Die Bahn hat keine Reserven mehr. Jetzt ist das nicht mehr zu lösen. Deswegen aber mit Zuschlägen zu kommen, halten wir für vermessen", sagte Frömming.
Das Expo-Motto "Mensch-Natur-Technik" sei nicht auf den Verkehr in Niedersachsen zu übertragen. Während in Hannover Millionensummen in den Ausbau der Autobahnen investiert worden seien, liege der öffentliche Nahverkehr an anderen Orten des Bundeslandes am Boden.