Expo-Eröffnung: "Eine große Chance" - DER SPIEGEL
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Expo-Eröffnung "Eine große Chance"

Mit einem fröhlichen und farbenprächtigen Spektakel hat die Expo 2000 an ihrem Premierentag viele zehntausend Besucher in ihren Bann gezogen. Bundespräsident Johannes Rau gab die fünf Monate dauernde Mega-Veranstaltung am Donnerstagmorgen mit den Worten "Willkommen zur Weltausstellung" und einem Schnitt durch das rote Band frei.
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Hannover - Am aufregendsten sei es, "wenn wir neugierig werden, neugierig, wie die anderen leben und wie die Zukunft sein wird", sagte der Bundespräsident in seiner Begrüßungsrede auf der Expo-Plaza. Millionen Expo-Besucher sollten ein tolerantes und weltoffenes Deutschland erleben, so Rau. Anschließend tanzten und sangen Folklore-Gruppen aus aller Welt auf dem 170 Hektar großen Gelände. Zahllose internationale Künstler begeisterten bei trockenem, warmem Wetter im Freien und in den Pavillons.

Bundeskanzler Gerhard Schröder zog nach seinem ersten Rundgang eine positive Bilanz: "Die Veranstaltung ist auf gutem Wege." Die Expo 2000 stelle die Bereitschaft Deutschlands zu mehr Internationalität unter Beweis. "Wir wollten eine Weltausstellung machen, die informiert und Auseinandersetzung mit Problemen und Problemlösungen aufzeigt. Dieses Ziel wird Erfolg haben", erklärte der Kanzler. Die Architektur des Deutschen Pavillons zeige "das moderne, offene Deutschland".

Bis Ende Oktober präsentieren sich mehr als 170 Nationen und internationale Organisation in Hannover. Bei der Expo unter dem Motto "Mensch - Natur - Technik" werden etwa 40 Millionen Besucher erwartet. Zum Auftakt wurde mit rund 150 000 Besuchern gerechnet. Genaue Besucherzahlen konnte die Expo-Gesellschaft am Donnerstag jedoch nicht nennen. Es war aber so voll, dass die Besucher sich auf der großen Freitreppe oder auf dem zentralen Platz, der Plaza, drängelten. Vor mehreren Pavillons standen lange Schlangen. Allerdings gab es auch Bereiche, die kaum besucht waren: Mehrere Restaurants waren mittags praktisch leer, auch die Souvenirstände machten kaum Geschäft.

Auch Kanzler Schröder schritt zusammen mit Brasiliens Staatspräsident Fernando Henrique Cardoso bei seinem Rundgang durch ein Gedränge von tausenden Besuchern und Journalisten. Er besuchte unter anderem das "Wüstenzelt" der Vereinigten Arabischen Emirate und streichelte Kamele. Zum Trubel rund um seine Person sagte er: "Ich muss wohl noch mal wieder kommen, dann aber maskiert. Ich werde mir 'ne Perücke aufsetzen und einen Bart stehen lassen."

Bei der Eröffnungsgala am Mittwochabend hatte der Kanzler die Expo vor rund 3 000 Ehrengästen als Forum für Menschen aus aller Welt bezeichnet, um "ihre Erfahrungen, Gedanken und Visionen auszutauschen". Für Deutschland sei die Expo 55 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs und zehn Jahre nach der deutschen Einigung "eine große Chance".

Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Expo-Kirche feierten Christen am Vormittag den Expo-Start. In ihrer Predigt mahnte Hannovers evangelische Landesbischöfin Margot Käßmann, die Schöpfung zu bewahren und die Technik nicht für zerstörerische Zwecke einzusetzen. "Wir bitten um das Wachsen einer Gemeinschaft, der Menschen und Völker, wie sie hier in Hannover für fünf Monate sichtbar sein wird", sagte Käßmann, die den Gottesdienst zusammen mit dem katholischen Bischof Josef Homeyer zelebrierte.

Am Eröffnungstag demonstrierten mehrere hundert Gegner der Weltausstellung in Hannover. Nach einer Störaktion während der offiziellen Eröffnung wurden 14 Personen vorläufig festgenommen, teilte die Polizei mit. In Hannovers Innenstadt versammelten sich rund 300 Menschen zu einer friedlichen Protestkundgebung. Auch auf dem Ausstellungsgelände kam es zu vereinzelten Anti-Expo- Demonstrationen. Am Morgen hatten Expo-Gegner mit Blockadeaktionen versucht, den Anreiseverkehr zur Weltausstellung zu stören.

Gleichzeitig mit der Expo in Hannover wurde in Wilhelmshaven die "Expo am Meer" eröffnet. Sie soll einen umfassenden Einblick in die ökonomischen und gesellschaftlichen Aspekte von Meeren und Küsten ermöglichen. Zu den Hauptattraktionen zählt die virtuelle Unterwasser-Schau "Oceanis". Die Veranstalter erwarten in den kommenden fünf Monaten rund eine Million Besucher.

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