Fisser Blochziehen: Fasnacht in Tirol
Fisser Blochziehen in Österreich Der Schelm auf dem Schneedach
Wenn der Teufel durch die Straßen tanzt und der "Giggeler" im Hahnenkostüm Dorfschönheiten bespringt, ist Fasnacht in Tirol. Beim Fisser Blochziehen, einem der bekanntesten Frühlingsumzüge der Alpen, wüteten am Sonntag die Hexen und Monster. Tausende Zuschauer verfolgten das Spektakel, das nur alle vier Jahre stattfindet und 2011 zum Unesco-Kulturerbe erklärt wurde.
Ab dem Mittag ziehen dabei mehrere Maskierte einen Zirbenstamm durch den Ort. Er symbolisiert einen Pflug, der die Felder aufbricht und damit den Beginn des Frühlings. Ein Kampf zwischen guten und bösen Mächten wird auf den Straßen inszeniert, wilde Charaktere wie der "Miasmann", der "Schwoaftuifl" und die Hexen versuchen, den Zug aufzuhalten.
Teilnehmen dürfen übrigens nur Männer und nur Einheimische, monatelang dauern die Vorbereitungen, in die das ganze Dorf involviert ist. Besonders groß ist die Zahl der Herren, die als Darsteller in Frage kommen, übrigens nicht: Nur gut tausend Menschen leben in Fiss.
Den Abschluss markiert eine Zusammenkunft auf dem Marktplatz: Dann versteigert der Fisser Bürgermeister den Baumstamm. In diesem Jahr ging er für 15.400 Euro an einen Hotelier aus Serfaus. Ein Unterschied zu anderen Fasnachtsbräuchen ist, dass bei jedem Event ein anderer Charakter die Hauptrolle übernimmt.
Diesmal stand der "Miasmann" im Mittelpunkt, ein grobschlächtiger Geselle im Moosgewand, der den Zuschauern mit diesen Worten vorgestellt wurde: "Das ist der große, wilde Mann aus alter, grauer Zeit, bei Moos, Wasser und Schwämmen hier im Walde aufgewachsen." Die besten Bilder der diesjährigen Veranstaltung finden Sie hier.