Bologna Zwischen Büchern und Bögen
Einfach nur Kulturstadt - das reicht Bologna nicht. Die Stadt in der Emilia-Romagna hat sich selbst gleich noch einen Titel verliehen: Hauptstadt der Kommunikation. Einen Titel, den die Stadt zu Recht trägt. Schließlich steht hier Europas älteste 1119 begründete Universität.
Selbst ein wissenschaftliches Komitee beschäftigt sich im Kulturjahr 2000 mit dem Thema Kommunikation - den Vorsitz hat einer der berühmtesten Bürger der Stadt übernommen: der Bestseller-Autor Umberto Eco.
Bologna hat sich seit Monaten auf das Kulturjahr vorbereitet: Zahlreiche Gebäude wurden umfunktioniert und renoviert. Das ehrgeizigste Projekt stellt die Renovierung der ehemaligen Börse dar, die zur größten Bibliothek Italiens umgebaut wird.
In einer alten Tabakfabrik entsteht ein neues Kunstzentrum, der Palazzo del Re. Die ehemalige Stadthalle dient ab sofort als Ausstellungszentrum. Und im Kloster Santa Cristina wird das Dokumentationszentrum für Frauen und die Nationalbibliothek untergebracht.
Aber das ist noch nicht alles. Auch die Sala d'Ercole bekommt eine neue Aufgabe: Der Herkulessaal im Palazzo d'Accursio wird zum Treffpunkt für alle, die sich für Fotografie interessieren. Seit März werden hier Ausstellungen gezeigt - den Anfang machten der österreichische Fotograf Erich Lessing und eine Schau über afrikanische Fotografie.
"A für Alphabet, B für Bologna und C für Children" heißt eine Ausstellung, die extra für Kinder konzipiert wurde und sich mit dem Thema "Buchstaben, Schreiben, Bücher" beschäftigt. Zu sehen ist die Kunst für die Kleinen noch bis zum 31. Mai im Palazzo del Re.
Mit der Musik des vergangenen Jahrhunderts beschäftigt sich das Teatro Comunale. Bis August werden Opern wie "Tosca", "Salome" oder "Wozzeck" gespielt. Zur Eröffnung des Musikevents "For you" im Juli auf der Piazza Maggiore mitten in der Stadt soll Nelson Mandela aus Südafrika anreisen - in Begleitung von 200 afrikanischen Kriegern in Originaltracht. Im Oktober tritt Pina Bausch mit ihrer Tanztruppe im Teatro Comunale auf. Zu sehen ist das Stück "Der Fensterputzer".
Wer unter Kultur auch Esskultur versteht, kann sich auf einen Bologna-Besuch freuen - schließlich ist die Stadt nicht nur für ihre "Spaghetti Bolognese" bekannt. Das ganze Jahr über kreieren Bolognas Küchenchefs Kulturstadt-Menüs.
Nach italienischem Verständnis gehören natürlich auch Autos zur Kultur. Museumsstücke oder spektakuläre Neuentwicklungen von Ferrari, Lamborghini oder Maserati können immer wieder auf den Strassen bestaunt werden. Teilnehmer des berühmten Oldtimer-Rennens "Mille Miglia" fahren am 27. Mai durch Bologna.
Auch abgesehen vom Kulturprogramm lohnt Bologna einen Besuch - das historische Zentrum gehört zu den besterhaltenen in Europa. Die Stadt ist zudem berühmt für ihre guten Restaurants, für ihre schönen Parks und für die Arkaden: Sollte es tatsächlich einmal regnen, können Besucher 35 Kilometer unter Torbögen spazieren gehen ohne nass zu werden.
Weitere Informationen: Bologna auf einen Blick
Übersicht: Die Kulturstädte Europas