Tierschutz: "Mehr Freiraum für die Elefanten" - DER SPIEGEL
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Tierschutz "Mehr Freiraum für die Elefanten"

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Alexander Haufellner, 63, Vorstand des Vereins "Elefanten-Schutz Europa", über die Haltung von Elefanten in Zoo und Zirkus

SPIEGEL:

Laut einer englischen Studie haben Asiatische Elefanten in Zoos nur ein Viertel ihrer Lebenserwartung in Freiheit, sind häufig krank und verfetten. Ist es falsch, Elefanten in Zoos zu halten?

Haufellner: Nein. Elefanten können sich auch in Menschenhand wohl fühlen. Aber die Zoos sollten Abschied nehmen von der Tradition, die Tiere den ganzen Tag über zu umsorgen. Elefanten pflegen sich lieber selbst.

SPIEGEL: Bieten die Zoos dafür den richtigen Lebensraum?

Haufellner: Die deutschen Vorschriften räumen einem Bullen mit drei Kühen in Zoos nur die Fläche eines Fußball-Strafraums ein ­ viel zu wenig. Eine gut gestaltete Anlage von einem Hektar wäre das Minimum. Wichtig ist, die Tiere in ihrem Sozialverband zu halten. Man sollte sie nicht einzeln zur Schau stellen.

SPIEGEL: Sind Elefanten schwieriger zu halten als andere Tiere?

Haufellner: Ich glaube nicht. Zwar gilt der Elefant als gefährlichstes Wildtier in Zoos ­ in den letzten 20 Jahren sind weltweit über 40 tödliche Zwischenfälle belegt. Aber das ist haltungsbedingt und ließe sich mit gezielten Sicherheitsmaßnahmen für Elefant und Pfleger ändern. Anders sieht es im Zirkus aus: Dort haben Elefanten grundsätzlich nichts zu suchen.