Kriminalität Flut von Falschgeld
Die Nachahmungen würden immer besser, und immer mehr würden in Umlauf gebracht. So wurden von den 4912 Euro-Blüten, die im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen auftauchten, allein 1212 im Dezember registriert. Von den 2200 Euro-Fälschungen, die das Landeskriminalamt Hamburg im Jahr 2002 beschlagnahmte, wurden rund zwei Drittel in der zweiten Jahreshälfte sichergestellt, Tendenz weiter steigend. Auch in Berlin wurden in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres nur 240 von 1300 falschen Euro-Scheinen abgefangen "alle einzeln im Zahlungsverkehr eingesammelt", so Ute Kadow, Leiterin der Falschgeldstelle der Berliner Kripo.
Mit besonderer Sorge beobachtet das Bundeskriminalamt (BKA) die immer bessere Qualität der Euro-Nachahmungen. Nach überwiegend schlechten Kopien in den ersten Monaten tauchen jetzt immer mehr professionell bearbeitete Ablichtungen sowie erste Druckfälschungen auf. Mehr und mehr Euro-Fälschungen bestehen sogar den Test unter UV-Licht, der in vielen Geschäften zum Schutz genutzt wird. Selbst die Hologramme, die zu den Hauptsicherheitsmerkmalen der Scheine zählen, werden mittlerweile recht gut imitiert. "Das macht kein Schüler mehr", konstatiert Max-Peter Ratzel, Leiter der Abteilung Organisierte Kriminalität beim BKA, "dazu braucht man Druckerfahrung." Verbraucher gäben sich zudem kaum Mühe, echte von gefälschten Noten zu unterscheiden, bemängelt Eduard Liedgens vom bayerischen Landeskriminalamt. Bei schlechter Qualität genüge oft der Hinweis, die Note stamme aus dem Ausland. Die Eurozone sei auch deshalb, so Liedgens, geradezu ein "Paradies für Fälscher".