Ausstellungen: Parasiten im Zoo - DER SPIEGEL
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Ausstellungen Parasiten im Zoo

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Das Leben auf Kosten anderer ist auf Erden die beliebteste Daseinsform: Mehr als 50 Prozent aller Arten schmarotzen. Einen spannenden Einblick in die Welt der sonst versteckt lebenden Kreaturen wie Rinderfinnenbandwürmer, Vampirfledermäuse oder etwa Milben bietet die Schau "Parasiten ­ leben und leben lassen", die noch bis Ende Mai im Tierpark Hagenbeck in Hamburg zu sehen ist.

Zu den vorgestellten Lästlingen gehört etwa die Filzlaus (1,7 Millimeter lang): Sie lebt auf Augenbrauen, Wimpern, Schamhaaren und wechselt beim Geschlechtsverkehr den Wirt. Juckende Stiche an geheimen Stellen verraten den neuen Besucher, anzüglich auch "Kavaliersbiene" genannt.

Konzipiert wurde die Ausstellung von Parasitologen des Museums für Naturkunde der Berliner Humboldt-Universität. Die Forscher präsentieren lebende Katzenflöhe, Rinderzecken und Schmeißfliegen.

Auch eine Kreatur, die dem Menschen nahe steht, wird bei lebendigem Leibe vorgeführt: die Gemeine Bettwanze. Der Blutsauger lässt sich nachts auf schlafende Menschen fallen und breitet sich, so die Berliner Parasitologin Brigitte Bannert, in deutschen Städten immer mehr aus. Die Parasiten-Wanderausstellung, die durch ganz Deutschland touren soll, wird als Nächstes vermutlich in Göttingen zu sehen sein.