Walfang: Harpunen für die Wissenschaft? - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Walfang Harpunen für die Wissenschaft?

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Island will wieder auf Walfang gehen. Mit der Bitte um "strikteste Vertraulichkeit" hat Island bei der Internationalen Walfangkommission (IWC) mit Sitz im englischen Cambridge um Erlaubnis gebeten, in den kommenden zwei Jahren 500 Wale jagen zu dürfen, darunter 200 der stark gefährdeten Finnwale, die im Nordatlantik bis zu 21 Meter lang werden können.

Gegenwärtig respektiert Island das weltweite kommerzielle Walfangverbot und durfte nur deshalb der IWC beitreten. Kaum in den internationalen Kreis aufgenommen, will die traditionelle Walfängernation nun eine Ausnahmeregelung nutzen: Die beantragte Jagd auf die kolossalen Meeressäuger diene rein wissenschaftlichen Zwecken, beteuert das Institut für Meeresforschung in Reykjavík.

Beispielsweise wolle man ergründen, inwiefern die Wale die kommerzielle Fischerei beeinträchtigen. Die Biologin Sandra Altherr von Pro Wildlife hält das Argument für durchsichtig: "Nicht die Wale sind für den Kollaps der Fischbestände verantwortlich, sondern hoch technisierte Fangflotten, die sogar Jungfische aus dem Meer absammeln."