Terror: Mzoudi beantragt Asyl in Deutschland - DER SPIEGEL
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Terror Mzoudi beantragt Asyl in Deutschland

Der überraschend freigelassene mutmaßliche 11.-September-Verschwörer Abdelghani Mzoudi hat nach Angaben seiner Anwältin Gül Pinar in Hamburg Antrag auf politisches Asyl gestellt. Die Bundesregierung hat unterdessen Zweifel an den Aussagen des Qaida-Logistikers Ramzi Binalshibh, die Mzoudi entlastet hatten.
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Hamburg - Mzoudi fürchtet nach seiner überraschenden Entlassung aus der Untersuchungshaft eine Abschiebung in sein Heimatland Marokko - und dort den Amerikanern in die Hände zu fallen. Dem wolle er durch den Asylantrag begegnen.

Der Vorlage der Aussagen Binalshibhs ging eine Panne der deutschen Behörden voraus. Bereits im Januar hatte das Bundeskriminalamt (BKA) den Amerikanern einen Fragenkatalog übersandt, zu dem Binalshibh verhört werden sollte. Das BKA war allerdings nicht davon ausgegangen, dass die Antworten in das Hamburger Gerichtsverfahren eingeführt werden sollten. Doch nachdem die Amerikaner Anfang November überraschend entlastende Aussagen Binalshibhs übersandt hatten, habe die Bundesregierung entschieden, diese den Hamburger Richtern vorzulegen.

Auch nach Überzeugung von Sicherheitsexperten der Regierung handelt es sich bei dieser Aussage Binalshibhs um "Desinformation", um mögliche Mitverschwörer zu schützen. Die US-Regierung hatte die Vorlage im Prozess zunächst strikt abgelehnt. Die Bundesregierung erklärte allerdings, sie könne in diesem Fall aus grundsätzlichen Erwägungen gar nicht anders handeln. Eine entlastende Aussage könne - selbst wenn sie womöglich falsch sei - nicht zurückgehalten werden.