Kultur: Wenn die Ehe zur Routine wird - DER SPIEGEL
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Kultur Wenn die Ehe zur Routine wird

Der Franzose David Foenkinos berichtet in seinem neuen Roman "Größter anzunehmender Glücksfall" von den Gefahren des Fremdgehens.
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Acht Jahre ist die Ehe von Jean-Jacques und Claire alt, was in Anbetracht der Scheidungsrate in Frankreich gar nicht mal so übel ist. Die beiden haben eine gelungene Tochter und gelten als Musterpaar des Familienglücks. Tatsächlich aber sind sie furchtbar gelangweilt mit- und voneinander: "Claire fand, dass sich ihre Beziehung zu einem Schweizer Uhrwerk entwickelt hatte." Ein Kollege macht Jean-Jacques daher den Vorschlag, sich eine Geliebte zu suchen. Die Kollegin Sonia steht zur Verfügung, und nach den Stunden in ihren Armen muss er durch die Straßen wandern, um "das glückselige Lächeln, das sich quer über sein Gesicht zog", zu vertreiben.

Claire bemerkt allerdings sofort, dass etwas nicht stimmt, und der angeheuerte Detektiv liefert ihr den Beweis für den Ehebruch. Weshalb Claire ihren Mann nach dem sonntäglichen Lammbratenessen bei ihren Eltern verlässt und ein Verhältnis mit dem Detektiv beginnt. Jean-Jacques Affäre hat mit dem Ende der Ehe dagegen ihren Sinn verloren - wie überhaupt alles in seinem Leben. Und darum setzt er alles daran, Claire zurückzugewinnen. Das routinemäßige Unglück einer Ehe, deren Anfangsschwung zu einem Dahinschlurfen geworden ist, beschreibt der Franzose David Foenkinos, 32, mit fröhlicher Ironie. Die sich immer weiter verwickelnde Liebesgeschichte wirkt einigermaßen konstruiert, doch um Realität geht es Foenkinos in seinen Romanen gar nicht, sondern um die Kunst der unterhaltsamen Übertreibung. Die beherrscht er.

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