Markus Brauck: Was man diese Woche lesen muss - DER SPIEGEL
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Im neuen SPIEGEL Indien - Väter kämpfen für ihre vergewaltigten Töchter; das Geschichtsjahr 2014 - wie schuldig ist Deutschland?; Streitgespräch Computerspiele

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Liebe Leserin, lieber Leser,

es ist erstaunlich, wie manche Kollegen es immer wieder schaffen, auch solchen Themen etwas Neues abzugewinnen, von denen man dachte, dazu sei eigentlich alles Wesentliche schon gesagt. In dieser Woche möchte ich Ihnen drei Texte empfehlen, in denen dieses Kunststück gelingt.

Meine Kollegin Sandra Schulz war in Indien und hat erlebt, wie dort die Familien von Vergewaltigungsopfern mit Scham, Verletzung und Wut umgehen. Sie beschreibt vor allem, wie Väter neuerdings für ihre Töchter kämpfen, wie sie sich von der Polizei nicht mehr abspeisen lassen. Es ist einerseits ein bitterer Bericht über ein Land, das sich selbst zum Rätsel geworden ist, und über eine Gesellschaft, die mit jedem neuen Fall "eine neue Runde der kollektiven Selbsterforschung" beginnt, wie Schulz schreibt. Andererseits jedoch ist es auch ein Text über traurige und dennoch mutige Väter.

Foto: Bernhard Riedmann/ DER SPIEGEL

An dieser Stelle stellt Ihnen die SPIEGEL-Redaktion ihre Lieblingsgeschichten aus der neuen Ausgabe vor.
In dieser Woche: Markus Brauck, 42, seit 2006 beim SPIEGEL. Er arbeitet im Ressort Wirtschaft.

Dirk Kurbjuweit hat sich zum Abschluss unserer Serie über den Ersten Weltkrieg an die ebenso großen wie schwierigen Fragen über die Schuld der Deutschen herangewagt. Wie einzigartig ist diese historische Schuld - und ist das überhaupt eine Frage für Superlative? Kurbjuweit zeichnet den Historikerstreit nach, er spricht mit den damals beteiligten Geschichtswissenschaftlern und jüngeren Forschern. Und er wagt sich so weit vor, dass er am Ende selbst erschrickt über manche Antwort, die er da bekommt. "Hitler war kein Psychopath, er war nicht grausam", sagt ihm etwa der Historiker Jörg Baberowski. Stalin habe voller Lust Todeslisten abgezeichnet und ergänzt, Hitler jedoch nicht gewollt, dass an seinem Tisch über die Judenvernichtung geredet wurde. Hans-Ulrich Wehler meint dagegen: "In meinen Augen bleibt der Hitler ungeschlagen an der Spitze." Bei der Lektüre stutzt man: Darf man so salopp überhaupt über Hitler reden?

Als vor ein paar Wochen der SPIEGEL-Titel "Spielen macht klug" erschien, war dessen inhaltliches Credo auch in der Redaktion nicht unumstritten. Meine Kollegen Uwe Buse und Jürgen Dahlkamp hat die Frage nach dem richtigen Umgang mit Computerspielen, nach Suchtpotentialen und nicht zuletzt nach Lösungen für die Probleme mancher Jugendlicher nicht losgelassen. Sie haben zwei Experten zum Streitgespräch geladen, einen Psychologen und einen Vertreter der Spiele-Industrie. Es ist ein höchst spannender Schlagabtausch geworden.

Hier kommen Sie zur Digitalausgabe des neuen SPIEGEL.

Viel Freude bei der SPIEGEL-Lektüre wünscht Ihnen

Markus Brauck