DER SPIEGEL 17/2026 - Inhaltsverzeichnis
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Macht die KI uns dumm?

Was ChatGPT und Co. im Gehirn anrichten

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Nr. 17 / 16.04.2026 • Alle Ausgaben •
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Politische Bühne

Der Moment
Foto: Salwan Georges / Polaris / laif

Die goldenen Verzierungen geben einen Hinweis darauf, wer der Essensdienstmitarbeiterin Sharon Simmons gleich die beiden Tüten abnehmen wird: Donald Trump. Die Fastfood-Lieferung zum Oval Office war eine PR-Inszenierung anlässlich der Steuerbefreiung von Trinkgeldern. Zusätzlich zur fettigen Ware brachte Simmons eine erfrischende Gradlinigkeit mit. Sie habe ihn doch gewählt, sagte Trump, darauf Simmons gerade noch höflich: »Ähm, vielleicht.« Und als er versuchte, ihr eine Aussage über transsexuelle Sportler zu entlocken, wehrte sie ab: »Dazu habe ich wirklich keine Meinung.« »Jede Wette haben Sie eine!«, beharrte Trump, doch Simmons insistierte: »Nein, nein. Ich bin wegen No Tax on Tips hier.« Solch Standfestigkeit wünschte man sich von allen Besuchern des Oval Office. kuz

Hieroglyphe unserer Zeit
Foto: Michael Bihlmayer / CHROMORANGE / picture alliance

Im Arbeitskampf bei der Lufthansa haben die Piloten diese Woche ihre Arbeit niedergelegt. Aber wer ist wer im Cockpit? Ganz einfach! An vier Streifen auf der Uniform ist der Flugkapitän zu erkennen. Der Erste Offizier oder Co-Pilot hat, je nach Erfahrung, entweder einen breiten und zwei normale, oder drei normale Streifen. Ein Zweiter Offizier, wie er auf Langstrecken zum Einsatz kommt, trägt zwei Streifen – und der Auszubildende einen. Was hoffentlich kein Grund für einen Streik ist. fra

Gegenstand der Politik
Foto: Ulrich Bangert  / Funke Foto Services  / IMAGO

Der Blitzer

Zweimal im Jahr, im April und im August, veranstaltet die Polizei im ganzen Land eine sogenannte Speedweek, oft samt »Blitzermarathon«. Eine Woche lang fühlt der Staat mit gehäuften Geschwindigkeitsmessungen an Autobahnen und Unfallschwerpunkten den Autofahrern den Puls und dokumentiert damit kontinuierlich das Verhältnis der Deutschen zum Gaspedal. Die öffentliche Hand verdient mit den Bußgeldern Millionen. Daran, dass Deutschland noch immer das einzige Land Europas ohne generelle Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen ist, hat auch der Irankrieg nichts geändert. Immer wieder wird ein Tempolimit als politisches Mittel diskutiert, um den Treibstoffverbrauch zu senken - und dann wieder verworfen. US-Präsident Trump hatte eingestanden, dass die Ölpreise vermutlich bis November hoch bleiben würden, er blockiere jetzt erst einmal die Straße von Hormus. Und so muss das bange Pendlerherz in dieser Woche nicht nur staatliche Geschwindigkeitskontrollen, sondern auch astronomische Spritpreise fürchten. Denkbar ist jedoch, dass die Einnahmen aus Bußgeldern in diesem Jahr als Kriegsfolge sinken: Weil kein einziger Autofahrer erst auf ein Gesetz warten muss, um den Fuß vom Gas zu nehmen. ded

Aufgezeichnet

Papstreise nach Afrika

»Gott, Gott, Gott. Wann geht‘s denn endlich mal um mich?«

»Gott, Gott, Gott. Wann geht‘s denn endlich mal um mich?«

Helena Baumeister / DER SPIEGEL

Was war diese Woche gut, was war schlecht für die Demokratie?

Gut: Die Ungarn haben Ministerpräsident Viktor Orbán nach 16 Jahren Amtszeit abgewählt. Er hat sein Land zunehmend autokratisch regiert, aber am Ende die Autorität demokratischer Wahlen akzeptiert.

Schlecht: Ein Gericht im Senegal hat einen homosexuellen Mann zu sechs Jahren Haft und einer Geldstrafe verurteilt, wegen »widernatürlicher Handlung und Erregung öffentlichen Ärgernisses«. Dies ist die Sprache der Menschenverachtung und damit nicht die Sprache der liberalen Demokratie.

Landauf, landab

Schnitzeljagd: Eine Hauptspeise im Restaurant ist nach Daten des Statistischen Bundesamts im Durchschnitt mehr als ein Drittel teurer als noch 2020. In welcher Region ein Restaurantgast einkehrt, macht aber einen Unterschied. Das geht aus einer Analyse des Start-ups Meoton hervor, das auf Gastronomiedaten spezialisiert ist. Es wertet im Internet monatlich automatisiert die Karten von mehr als 30.000 Betrieben aus. Demnach zahlt man zum Beispiel für ein Wiener Schnitzel in Brandenburg im Schnitt 29,64 Euro, in Thüringen hingegen nur 20,28 Euro. Gründe für die regional unterschiedlichen Gastropreise geben die Daten allerdings nicht her. flk

Deutschland

Debatte

DER SPIEGEL 54/2026

Und nun, Demokratie?

Ist sie noch zu retten, und sollte sie überhaupt gerettet werden? Bei einer Tagung der klügsten Köpfe unserer Zeit gab es dazu unterschiedliche Ansichten.

Lesen Sie unsere Titelgeschichte, weitere Hintergründe und Analysen im digitalen SPIEGEL.

Ausland

Der Moment
Foto: Ghaith Alsayed / AP

Man könnte es trist finden: zwei zerschlissene Sessel im Nirgendwo der syrischen Steppe östlich von Homs. Auch Verwirrung wäre plausibel, stehen die Sitzmöbel doch mitten auf einem Bahngleis, daneben ein verrosteter Ofen. Als hätten sich zwei Lebensmüde ihr langes Warten auf den Zug gemütlich gemacht. Doch eigentlich ist es ein Bild der Hoffnung: Fast 14 Jahre lang prägten solche Checkpoints des Krieges Syrien. Vorbei. Selbst im ausufernden Nahostkrieg heute bleibt das Land ruhig. Bloß die Züge der Phosphatminen stehen weiterhin still. cre

Wie viele junge Menschen haben Eltern, die beide im Inland geboren sind?

Reporter

Wirtschaft

Nachgezählt

22,8

Prozent der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland waren im ersten Quartal 2026 Elektroautos. Im Vorjahreszeitraum lag der Anteil noch bei 17 Prozent.

Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt

Maschine der Woche
Foto: Wella

Die perfekte Welle

Lange prägte dieses Bild die Friseursalons: Damen mit Lockenwicklern in den Haaren, der Kopf umgeben von mächtigen Trockenhauben. Ab den Neunzigerjahren galten Dauerwellen jedoch als altbacken, die pustenden Ungetüme als Sinnbild des Salons mit alternder Kundschaft. Nun erlebt die Dauerwelle ein Comeback, und damit rückt das Climazon in die Salons: ein offenes Trockengerät, das meist aus mehreren Infrarotstrahlern besteht. Dank dieses Geräts wirkt das Wellmittel angeblich schneller ein. Oft lugen juvenile Gesichter unter den Geräten hervor. Gerade bei jungen Männern gibt es den Wunsch nach mehr Volumen und Bewegung im Oberkopfbereich. Der Unterschied zu den Damen: Die Seiten werden raspelkurz geschnitten. mmq

Wissen

Nachgezählt

7

Prozent der niederländischen Raucher haben aufgehört, als der Staat die Tabaksteuer 2024 pro Schachtel um fast zwei Euro anhob. Eine solche Erhöhung ist auch in Deutschland geplant. Sollten Raucher hierzulande gleichermaßen reagieren, könnte ihre Zahl um rund 1,1 Millionen sinken.

Quelle: Rijksinstituut voor Volksgezondheid en Milieu

Der Moment
Foto: Juan Jesus Gonzalez Ahumada

Tatort Teich: Wenn Kröten balzen, wie jetzt im Frühjahr, wird es turbulent und bisweilen tragisch. Viele Männchen wollen auf wenige Weibchen – manchmal sind es zu viele. Unter dem Gewicht der Balzwütigen bekam dieses Weibchen keine Luft mehr und ertrank. Daraufhin machten sich fast alle davon – nur ein Männchen blieb an ihrer Seite. Der Spanier Juan Ahumada ist für dieses Bild beim Wettbewerb »Close-up Photographer of the Year« ausgezeichnet worden in der Kategorie »Tod und Verwesung«. Für ihn zeigt die Aufnahme »wahre Liebe«. me

Kultur

Sport

Randsportart
Foto:

Dean Mouhtaropoulos / Getty Images

Fierljeppen, auch als Pultstockspringen bekannt, ist eine traditionsreiche Sportart, die unter anderem im niederländischen Friesland und in Schleswig-Holstein beheimatet ist. Mit einem langen Stock wird versucht, im Freien möglichst weite Entfernungen zu überwinden. Das erinnert ein wenig an Stabhochsprung, wenn die Aktiven versuchen, sich an ihrem Stock emporzuhangeln, allerdings geht es hier um Weite, nicht um Höhe. Betrieben wird der Sport zumeist im Gelände mit zahlreichen Wasserläufen, die mithilfe des Stabs übersprungen werden müssen. aha

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