DER SPIEGEL 36/2026 - Inhaltsverzeichnis
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Straßenkampf

Wie China die deutsche Autoindustrie überfährt

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Nr. 36 / 27.08.2026 • Alle Ausgaben •
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In dieser Ausgabe

Meinung

Politische Bühne

Der Moment
Foto: Hans Christian Plambeck / laif

So wichtig wie die Gespräche über Wirtschaft, Klima und den ganzen Rest war die gute Laune: Das Land soll wissen, dass seine Regierung nicht nur gut, sondern auch gerne gemeinsam regiert. Also entstanden bei der vergangenen Kabinettsklausur auf Schloss Neuhardenberg zahlreiche Bilder einer demonstrativ grinsenden Ministerriege unter Vorsitz eines zuversichtlich dreinblickenden Kanzlers. Hier jedoch sehen wir das Kabinett in den Sekunden, bevor es sich im Blickfeld der Kameras weiß: Nur der alle überragende Wolfram Weimer scheint die Fotografen bereits wahrgenommen zu haben, vielleicht auch Dorothee Bär, die neben Weimer einen scharfen Blick über Philipp Amthors Schulter wirft. Alle anderen sind ins Gespräch vertieft, und wenn das nicht gestellt ist, dann sieht es tatsächlich so aus wie: gute Stimmung. kuz

Was war diese Woche gut, was war schlecht für die Demokratie?

Gut: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat offiziell den Schlüssel zu seinem provisorischen Amtssitz in der Nähe des Hauptbahnhofs übergeben bekommen. Er wirkt deutlich bürgernäher als Schloss Bellevue, das saniert wird. Vielleicht sollte der temporäre Amtssitz der ständige werden.

Schlecht: Ein SPIEGEL-Reporter wurde bei einem AfD-Sommerfest von einem rechtsextremen Aktivisten angegangen und bedrängt. Die AfD distanziert sich nur halbherzig. Das zeigt, wie viel sie von Meinungsfreiheit hält.

Aufgezeichnet

Ende der parlamentarischen Sommerpause

Ist Merz wirklich so ganz aus dem Urlaub zurück?

Ist Merz wirklich so ganz aus dem Urlaub zurück?

Leonard Riegel / DER SPIEGEL

Gegenstand der Politik
Foto:

AntAlexStudio  / Shutterstock

Der Burger

Dafür, dass US-Präsident Trump gern die Welt dominiert, hat er daheim erstaunlich oft Probleme mit den einfachsten Grundnahrungsmitteln, denn deren hohe Preise gefährden seine Beliebtheit. Ausgerechnet vor Ostern 2025 liefen ihm spektakulär die Kosten für Eier aus dem Ruder. Als ein Dutzend mehr als sechs Dollar kostete, appellierte er an andere Nationen, darunter Deutschland, den USA mehr Eier zu verkaufen. Jetzt möchte der Welt-Zollkönig erneut eine Knappheit mit günstigen Importen heilen: Die Preise für Rinderhack sind außer Kontrolle. Rund gepresst in Fett gebraten macht es das Signature-Dish des amerikanischen Burgers aus. Vor den Midtermwahlen im November käme es dem Präsidenten gelegen, wenn das Fleisch seine Fans nicht so viel kosten würde. 300.000 Tonnen Rinderhack sollen deshalb in den kommenden 90 Tagen ohne Zölle importiert und 25 Prozent unter dem Marktpreis verkauft werden, kündigte Trump an. Doch viele Republikaner fürchten, dass Trump mit billigen Importen den heimischen Markt überschwemmen und mit seiner übergewichtigen Fast-Food-Subvention den US-Züchtern Konkurrenz machen wird. Macht Trump so weiter, wird aus »Make America Great Again« bloß ein »Make America Big Again«. DED

Hieroglyphe unserer Zeit
Foto:

Jens Kalaene / dpa / picture alliance

Anders als in den USA, wo viele Kellnerinnen und Kellner auf Trinkgelder angewiesen sind, gelten diese hierzulande als freiwilliger Bonus. Inzwischen greift bei Kartenzahlung allerdings eine Variante um sich, die der Kundschaft am Lesegerät die »Wahl« zwischen etwa 7,10, oder gar 20 Prozent lässt. Die Option, kein Trinkgeld zu geben, tritt optisch in den Hintergrund. Nun fordern Verbraucherschützer ein Verbot solcher »manipulativen Designtricks«. Stimmt so! fra

Landauf, landab

Ein Leben lang: Frauen leben länger als Männer. In Baden-Württemberg beträgt der Unterschied 4,1 Jahre, in Mecklenburg-Vorpommern 6,4 Jahre. Generell klafft die Lücke im Osten weiter auf als im Westen. Ein Grund: Frauen in der DDR haben weniger geraucht und leben dadurch heute länger. Gleichzeitig sterben Männer in den östlichen Bundesländern früher, was Forschende unter anderem mit höherer Arbeitslosigkeit und einem schlechteren Lebensstil erklären. Erfasst wird die »Lebenserwartung bei Geburt«, dafür wird die Sterblichkeit über alle Altersjahre hinweg zusammengefasst. Es handelt sich also nicht um eine Prognose für heute Neugeborene. kfr

Deutschland

Debatte

Ausland

Der Moment
Foto: Saffet Azak / Anadolu / Getty Images

Der Bosporus ist eine der weltweit am dichtesten befahrenen Wasserstraßen. Einmal im Jahr wird die Meerenge vorübergehend für den internationalen Schiffsverkehr gesperrt. Dann ist die Strecke von Asien nach Europa für Schwimmer freigegeben. Der Cross Continental Swim findet bereits seit 1989 in Istanbul statt. Diesmal nahmen etwa 2500 Männer und Frauen aus 64 Ländern an dem Wettbewerb teil. Die 6,5 Kilometer lange Strecke gilt als anspruchsvoll. Im vergangenen Jahr kam ein russischer Teilnehmer ums Leben. Die Veranstalter reagierten mit verschärften Sicherheitsbestimmungen. asc

Wo teilen Paare Bettdecken?

Reporter

Wirtschaft

80.735

Dollar betrug der Kurs des Bitcoin am Dienstag, der höchste Stand seit Mai. Damals stürzte die Kryptowährung anschließend auf 58.820 Dollar ab.

Quelle: Morningstar 

Maschine der Woche
Foto:

Albert Kerbl

Es gibt brutale Methoden gegen die Wespenplage im Spätsommer: UV-Lichter etwa, die Insekten anlocken und dann mit Hochspannung töten. In manchen Lokalen stinkt rauchendes Kaffeepulver und vertreibt eher Mensch als Tier. Die sanfte Alternative sollen Wespen- und Fliegenwedler sein: batteriebetriebene Ventilatoren, die Wespen mit einer permanenten Luftbewegung über dem Tisch von Speisen und Getränken fernhalten. So zumindest das Herstellerversprechen. Weiche Bänder als Flügel bewahren Finger vor ernsten Verletzungen. Sie kosten nicht mehr als das Schnitzel in einem Ausflugslokal. Die rücksichtsvolle Technik steht in Einklang mit den Gesetzen. Das Töten von Wespen ohne vernünftigen Grund ist verboten und wird je nach Bundesland mit einem Bußgeld bis zu 65.000 Euro bestraft.

Wissen

Der Moment
Foto: Sritam Kumar Sethy

Das Insekt, das hier durch eine Öffnung in einem Blatt späht, ist eine Libelle der Gattung Rubinjungfer. Der Student Sritam Kumar Sethy machte das Foto im ostindischen Bundesstaat Odisha und gelangte damit nun bei einem Wettbewerb der Fachzeitschriften »BMC Ecology and Evolution« und »BMC Zoology« auf den ersten Platz. Das Bild biete einen Einblick in die oft übersehene Welt der biologischen Vielfalt in Binnengewässern, sagt Sritam. Feuchtgebiete bedeckten etwa sechs Prozent der Erdoberfläche, beherbergten aber etwa 40 Prozent aller Pflanzen- und Tierarten.

Nachgezählt

21,1

Grad Celsius betrug die Durchschnittstemperatur der weltweiten Meeresoberfläche am 22. August abseits der Polarregionen. Damit war sie so hoch wie nie seit Beginn der Satellitenmessungen im Jahr 1979. Die Wärme steigert laut Forschenden das Risiko für extreme Wetterereignisse.

Quelle: Copernicus-Klimawandeldienst C3S der EU

Kino-Preview

Kultur

Sport

Randsportart
Foto:

Cameron Spencer / Getty Images

Skifahren ohne Ski: Was im Winter in den Bergen fast unmöglich ist, klappt auf dem Wasser gut – vorausgesetzt, man bringt die richtige Technik mit. Barfuß-Wasserski ist allerdings nichts für Anfänger. Wie beim Wasserskifahren werden die Sportler von einem Motorboot gezogen, das aber schneller fahren muss als üblich, weil die Fußsohlen wenig Auftriebsfläche bieten. Im Wettkampf erreichen Athleten auch mal Geschwindigkeiten von mehr als 70 Kilometer pro Stunde. Dabei gleiten sie nicht nur übers Wasser, sondern zeigen Sprünge, Drehungen oder Überschläge. kjo

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Niemals geht man so ganz