PR-Berater empfehlen Politikern oft, sich auf keinen Fall beim Hinabgehen einer Treppe fotografieren zu lassen. Die Gefahr sei zu groß, dass das Foto später als Symbolbild für den Niedergang der Abgebildeten diene. Auch zu diesem Bild fallen einem ein paar Sprüche ein: Bei den Herren geht es drunter und drüber. Oder drehen sie sich im Kreis? Dabei haben der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU, r.) und Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne, 2.v.r.) am Montag etwas zu feiern. Mit ihrer Fahrt in der Olympia-Achterbahn auf dem Oktoberfest lösen sie eine Wette ein, nachdem München sich im nationalen Auswahlverfahren für die Olympischen Spiele durchgesetzt hat. Bis zur endgültigen Entscheidung werden noch einige Aufs und Abs zu vermelden sein. Die Fotos dazu gibt es jetzt. and
Was war diese Woche gut, was war schlecht für die Demokratie?
Gut: Die Medien, die Donald Trump aus dem Weißen Haus ausgeschlossen hatte, dürfen vorerst wieder rein. Ein US-Bundesrichter wies die Trump-Regierung an, dem Portal »Politico« und den Sendern CNN und MS NOW wieder Zugang zu gewähren. Die einstweilige Verfügung gilt zunächst bis zum 8. Oktober.
Schlecht: Der AfD-Politiker Ulrich Siegmund will sich im Dezember im Landtag von Sachsen-Anhalt als Ministerpräsident zur Wahl stellen. Ein Rechtsextremist als Regierungschef? Das Szenario rückt immer näher.
Hieroglyphe unserer Zeit
Foto:
Grüner Knopf
Sie sollen Käuferinnen und Käufern helfen, doch oft lassen sie einen orientierungslos zurück: Siegel auf Produkten, die bezeugen sollen, dass etwas ökologisch, fair, regional oder nachhaltig gefertigt wurde. Eines der bekanntesten ist der grüne Knopf. Er ist auf Textilien zu finden, die mit Blick auf die Umwelt und die Menschenrechte nachhaltig produziert wurden. Staatliche Stellen vergeben ihn seit 2019. Ab 2027 sollen strengere Standards gelten. chp
Vor mehr als einem Jahrhundert hat der Fremdenverkehr damit begonnen, die tendenziell eher unwirtlichen Küsten von Nord- und Ostsee zu bewirtschaften. Seitdem ist der Strandkorb das Accessoire der Wahl, mit dem sich überwiegend deutsche Urlauberinnen und Urlauber ihre Ferien möblieren. Ein luxuriöser Logenplatz abseits der Zivilisation, von dessen windgeschütztem Inneren sich träumerisch bis zum Horizont blicken lässt. Anderswo wird dem kuriosen Konstrukt aus massivem Holzrahmen, luftigem Flechtwerk und imprägniertem Tuch der schlichte Liegestuhl vorgezogen. Die Deutschen halten davon unbeeindruckt an ihrer traditionellen Trutzburg fest – allen voran Philipp Amthor, 33. Der CDU-Abgeordnete mit ostseenahem Wahlkreis hatte sich einen Strandkorb nach Berlin liefern lassen, in einer Mischung aus naiver Heimatliebe und politischer Instinktlosigkeit. Denn nach öffentlicher Kritik ließ er das Möbelstück wieder abtransportieren. Als Refugium für süßes Nichtstun hat der Strandkorb seinen Platz am Strand. Auf der Terrasse des Büros eines Staatsministers im Kanzleramt aber wirkte das Ding wie ein Beleg für die These, »die da oben« machten sich in erster Linie einen schönen Lenz. fra
Schülerschwund Der demografische Wandel erreicht die Klassenzimmer schneller als erwartet. Laut Prognose der Bildungsminister steigt die Zahl der Schülerinnen und Schüler nur noch bis 2029 – der Umbruch kommt demnach drei Jahre früher. Das liegt vorrangig an sinkenden Geburtenzahlen. Die Entwicklung ist regional sehr unterschiedlich. In westdeutschen Flächenländern werden 2040 wohl 3,6 Prozent weniger Schüler unterrichtet als 2025, im Osten rund 21 Prozent. Thüringen ist besonders betroffen, dort fehlt fast jedes dritte Kind. In den Stadtstaaten dürfte die Zahl um 5,3 Prozent sinken. Die Berechnungen beruhen etwa auf Annahmen zu Geburten, Migration und Bildungsverhalten. sun
Nicht nur wegen der eindrucksvollen Sonnenuntergänge zieht es Besucher der japanischen Insel Taketomi zu diesem 105 Meter langen Steinsteg, genannt Nishi Sanbashi. Einst brachen die Bewohner von hier aus mit Booten auf, um auf der Nachbarinsel Reis anzubauen. Nach der Ernte lagerten sie die Reissäcke auf dem Pier. Heute kommen Touristen, um bei Tag das türkisfarbene Wasser und bei Nacht den Sternenhimmel zu bewundern. Ein Ort der Ruhe, der für die Einheimischen auch ein Symbol ist für ihre Widerstandskraft und ihre Verbundenheit mit dem Meer. kpg
Prozent betrug die Inflationsrate in Deutschland im September gegenüber dem Vorjahresmonat – der höchste Wert seit Ende 2023. Haupttreiber waren die hohen Energiepreise.
Foto: Frank Hammerschmidt / dpa / picture alliance
Windrad und Wolkenkratzer
Es ist 35 Meter höher als der Eiffelturm – und fast so hoch wie der Berliner Fernsehturm: Im brandenburgischen Schipkau hat das derzeit höchste Windrad der Welt seine endgültige Größe erreicht. Allein die Nabenhöhe beträgt 300 Meter, zusammen mit den Rotorblättern ragt der Windturm in der Lausitz nun 365 Meter in den Himmel, wie der Dresdner Entwickler Gicon mitteilte. Im November soll das Windrad offiziell in Betrieb genommen werden – und bis zu 7500 Haushalte mit Strom versorgen. Der bisherige Weltrekordhalter unter den seriellen Onshore-Windanlagen steht ebenfalls in Deutschland, im oberpfälzischen Winnberg. Die Anlage des Herstellers Vestas erreicht eine Gesamthöhe von 285 Metern. dtt
Erkennen Sie die Gestalt eines Hais? Mit etwas Fantasie kann man sie entdecken: Die dunkle Stelle oben links stellt das Auge dar, darunter zeichnet sich ein geöffnetes Maul ab. Der »Haifischnebel«, astronomisch auch als »LDN 1235« bezeichnet, liegt rund 650 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Kepheus. In der riesigen Staubwolke leuchten außerdem blaue Reflexionsnebel, die das Licht von Sternen streuen. Der Fotograf Ali Alobaidly aus Kuwait gewann für das Bild den diesjährigen Preis als »Astronomy Photographer« des »Royal Observatory« in Greenwich, London. kk
Prozent höher ist das Risiko für Menschen mit Schlafproblemen, einen Schlaganfall zu erleiden – im Vergleich zu Menschen, die gut schlafen. Forscher sahen sich für eine Überblicksstudie mit diesem Ergebnis die Daten von neun Analysen mit insgesamt 1,3 Millionen Teilnehmern an.
Fußball im Gehen: Punktspiel in London zwischen den Queens Park Rangers und Leicester City
Foto: Ian Tuttle / Shutterstock / IMAGO
Walking Football ist eine Fußballvariante für Menschen, die wegen körperlicher Einschränkungen, des Alters oder geringerer Fitness nicht mehr rennen möchten oder können. Gespielt wird im Gehen: Mindestens ein Fuß muss stets den Boden berühren. Harter Körperkontakt ist verboten. Der Ball muss eher flach gespielt werden. Die knochenschonende Sportart entstand 2011 in Großbritannien und wird auch hierzulande immer beliebter. Bundesligisten wie der FC Bayern, Werder Bremen und Schalke 04 stellen eigene Walking-Football-Teams. luc
Foto: Frank Hammerschmidt / dpa / picture alliance
Foto: Ali Alobaidly
Fußball im Gehen: Punktspiel in London zwischen den Queens Park Rangers und Leicester City
Foto: Ian Tuttle / Shutterstock / IMAGO
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