DER SPIEGEL 5/2026 - Inhaltsverzeichnis
Zum Inhalt springen

Donald, es reicht !

Trumps Imperialismus – wie sich Europa behaupten kann

Anhören PDF
Vorherige Ausgabe Vorherige Ausgabe
Nr. 5 / 22.01.2026 • Alle Ausgaben •
Nächste Ausgabe Nächste Ausgabe

In dieser Ausgabe

Meinung

Politische Bühne

Der Moment
Foto: Manu Fernandez / dpa

Im Jahr 2023 zählte das statistische Amt der EU 20.380 Tote im Straßenverkehr – und nur 841 Tote im Schienenverkehr. Auf der Straße starben 24-mal so viele Menschen wie auf der Schiene. Umso tiefer brennen sich die Bilder von dem verheerenden Zugunglück in der spanischen Provinz Córdoba ein: Ein frisch gewarteter Zug kollidierte auf einer renovierten Strecke mit einem entgegenkommenden Zug. Es gab mehr als 40 Tote und über 100 Verletzte, die Ursache muss noch geklärt werden. Der Zufall ist so: Geringe Wahrscheinlichkeit ist keine Sicherheit. Zwei Tage nach dem Zusammenstoß fielen 40 Kilometer westlich von Barcelona Reste einer eingestürzten Mauer auf Gleise. Ein Regionalzug kollidierte mit den Trümmern. 37 Insassen wurden verletzt, der Lokführer starb. de

Was war diese Woche gut, was war schlecht für die Demokratie?

Gut: Großbritannien erwägt, den Zugang zu sozialen Medien für Kinder und Jugendliche zu sperren. Gut so, denn der mündige Bürger wächst wahrscheinlich nicht in ewigen TikTok-Sessions heran.

Schlecht: An Schulen in Thüringen ist die Zahl registrierter verfassungswidriger Zeichen, etwa Hakenkreuze, an Schulen stark gestiegen, seit 2021 von 49 auf 173. Die Landesregierung will nun im Bundesrat ein strengeres Gesetz auf den Weg bringen. Weil Schulen meist nicht als öffent­liche Räume gelten, sind die Regeln bislang lascher.

Aufgezeichnet

Neuer Imperialismus

»Wir brauchen Ihren Garten. Ich sag’s Ihnen erst mal freundlich.«

»Wir brauchen Ihren Garten. Ich sag’s Ihnen erst mal freundlich.«

Miriam Wurster

Gegenstand der Politik
Foto: Militarist  / Shutterstock

Die Bazooka

Während ernsthafte Konflikte sich weltweit zuspitzen, militarisiert sich auch unsere Sprache. Schon 2012 wollte Mario Draghi, der damalige Präsident der Europäischen Zentralbank, zur Rettung des Euro »alles Nötige« unternehmen: »Whatever it takes«. 2020 versprach der spätere Bundeskanzler Olaf Scholz, »alles Mögliche« zur Bewältigung wirtschaftlicher Folgen der Pandemie zu unternehmen: »Das ist die Bazooka, mit der wir das Notwendige jetzt tun.« Wann immer der Staat seitdem in brenzliger Lage wirklich gefordert ist und die Muskeln spielen lassen muss, kommt die Bazooka als Metapher für »robustes« Handeln ins Spiel. Zuletzt drohte die EU im Zollstreit um Grönland den USA mit einer »Handels-Bazooka«. Abgeleitet vermutlich vom niederländischen »bazuin« für »Trompete«, geht der Begriff auf ein posaunenartiges Blasinstrument des amerikanischen Komikers Bob Burns zurück – und etablierte sich als umgangssprachliche Bezeichnung für eine im Zweiten Weltkrieg entwickelte raketengetriebene Panzerabwehrwaffe der US-Streitkräfte. Im politischen Diskurs hat die Bazooka immer dann ihren Auftritt, wenn die konventionelle – zivile – Rhetorik am Ende ist. Sie ist sozusagen der grobe Keil, der auf einen groben Klotz gehört. fra

Hieroglyphe unserer Zeit

ICE

Hierzulande ist mit dem Kürzel der Intercity-Express gemeint, in den USA löst es bei vielen Angst aus. Nicht wegen Verspätungen, sondern weil die US-Einwanderungsbehörde Immigration and Customs Enforcement unter Trump immer gewaltsamer wird. Sie nimmt Migranten fest, im Januar starben mindestens vier in Gewahrsam. Ein ICE-Beamter erschoss eine Frau. Bisher ohne strafrechtliche Folgen – Vizepräsident JD Vance behauptet, der Beamte habe »absolute Immunität«. frl

Landauf, landab

Schnüffelpreise: Der Verfassungsschutz kostete 2024 jeden Einwohner Deutschlands im Schnitt 11,04 Euro. Die Summe setzt sich zusammen aus 6,03 Euro für das Bundesamt plus im Mittel 5,01 Euro für die Landesämter und -behörden. Allerdings sind die Unterschiede zwischen den Ländern erheblich. In Nordrhein-Westfalen kostet der Landesverfassungsschutz pro Kopf am wenigsten, nämlich 1,04 Euro; in Hamburg am meisten, nämlich 11,74 Euro. Faustformel: Je kleiner das Bundesland, desto teurer in der Regel der eigene Geheimdienst. Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt nennen keine Zahlen und sind nicht berücksichtigt. bhu

Deutschland

Debatte

Ausland

Der Moment
Foto: Yuriy Dyachyshyn / AFP

Kinder spielen neben einem beleuchteten Iglu in der ukrainischen Stadt Lwiw. Es wirkt wie eine Szene aus einem Wintermärchen, doch die Kälte ist mit ungewöhnlich tiefen Temperaturen von minus 15 Grad Celsius real – und der Krieg allgegenwärtig. Seit Wochen liegen Teile des Landes immer wieder im Dunkeln, nachdem russische Angriffe unter anderem das Stromnetz getroffen haben. In Lwiw überbrücken Generatoren und provisorische Lichtquellen die Ausfälle. Es ist der vierte Kriegswinter für die Ukraine und der weitaus kälteste bislang. kku

Wer rechnet mit dem Jenseits?

Reporter

Wirtschaft

Maschine der Woche

Robosauger, der Treppe steigt

Foto: Roborock

Saugen lassen, statt selbst zu saugen, das scheint den Deutschen zu gefallen. In jedem vierten Haushalt dreht ein Saugroboter seine Runden. Aber bislang nur auf einer Ebene. Treppen galten für die Hightech-Handlanger lange als unüberwindbar. Die chinesische Firma Roborock will das ändern, mit dem Saros Rover, einem Robosauger mit Beinen. Auf der US-Technikmesse CES erklomm er vor Kurzem Treppen, saugte sie und hüpfte über Hindernisse. Die ständigen Vorführungen hinterließen jedoch Spuren bei den teils per 3D-Druck gebauten Prototypen, heißt es aus gut informierten Kreisen: Die Zahnräder nutzten sich schneller ab als geplant. Wenn die Serienfertigung beginnt, womöglich im Herbst, sollen sie aus stabilerem Material hergestellt werden. mak

Nachgezählt

5,63

Kinder kamen in China 2025 im Schnitt pro 1000 Einwohnern zur Welt. Damit sinkt dort die Geburtenrate auf den niedrigsten Stand seit 1949. Ein Problem für die chinesische Wirtschaft, die viele Arbeitskräfte benötigt.

Quelle: Statistikamt Peking

Wissen

Der Moment
Foto: Tanja Esser / CHROMORANGE / picture alliance

Das sogenannte Haareis ist derzeit in Buchen- und Eichenmischwäldern zu beobachten, bei Windstille und Temperaturen um den Gefrierpunkt. Im Winterwald entsteht dann plötzlich und nur für kurze Zeit eine Art Zuckerwatte. Tatsächlich sind es hauchdünne Eisfäden, und wie sie sich bilden, ist noch nicht völlig geklärt. Eine wichtige Rolle spielen dabei spezielle Pilze auf dem faulenden Totholz, die das dort enthaltene Wasser herausdrücken, bis es gefriert. Die Eishaare sind oft kaum dicker als 0,02 Millimeter. me

Nachgezählt

5

Minuten mehr Bewegung am Tag wirken bereits deutlich lebensverlängernd. Das hat eine internationale Forschungsgruppe anhand großer Datensätze zu 135.000 Erwachsenen festgestellt. Das bisschen Extratraining, das nicht einmal intensiv sein muss, könnte die Sterblichkeit um bis zu zehn Prozent senken.

Quelle: »The Lancet«

Kultur

Sport

Randsportart
Foto:

Ardan FUESSMANN / IMAGO

Mit dem Namen Unterwasserhockey ist das Wesentliche gesagt: Zwei Teams von je sechs Spielern, ausgestattet mit Schnorchel, Maske und Flossen, treten im Schwimmbecken unter Wasser an und versuchen mithilfe eines kurzen Schlägers, einen Bleipuck im gegnerischen Tor unterzubringen. Als Tor dient eine drei Meter breite Metallrinne. In Deutschland hat sich der Sport, der auch unter dem Namen Octopush bekannt ist, aus dem Unterwasserrugby entwickelt, mittlerweile gibt es nationale und internationale Meisterschaften. Aktueller Weltmeister ist Neuseeland. aha

Nachrufe

Personalien

Posteingang

Niemals geht man so ganz