Bundesregierung wusste schon länger vom beabsichtigten U-Boot-Deal mit Taiwan
Die Bundesregierung wusste schon vor Monaten, auf welch trickreichen Umwegen deutsche U-Boot-Technologie nach Taiwan exportiert werden könnte. Wie der SPIEGEL in seiner neuen Ausgabe berichtet, habe Wirtschaftsminister Werner Müller bereits im April dem Chef der chinesischen Planungskommission, Zeng Peiyan, gesteckt, dass Blaupausen und technisches Gerät des neuesten deutschen U-Boots U 31 voraussichtlich über die USA an Taiwan geliefert würden - und damit das deutsche Exportverbot für Rüstungstechnologie in Spannungsgebiete umgangen wird. US-Präsident Bush hatte der Inselrepublik kurz nach Amtsantritt acht konventionelle U-Boote versprochen. Da die USA jedoch nur noch atomar angetriebene Boote fertigen, favorisieren die Amerikaner die auf der Kieler HDW-Werft gebauten Tauchboote Ð im März hatte ein amerikanisches Konsortium die Mehrheit an der HDW übernommen. Die Regierung in Peking, selbst an deutscher Rüstungstechnologie interessiert, ist über den sich anbahnenden Deal empört. Laut SPIEGEL gehen Diplomaten in Berlin jedoch davon aus, dass das Kanzleramt gegen das Geschäft keine Bedenken mehr hat.