Wuppertaler Spendenskandal bringt SPD-Schatzmeisterin Wettig-Danielmeier in Bedrängnis
Auch für die Berliner SPD-Spitze könnte die Korruptionsaffäre um den Wuppertaler SPD-Oberbürgermeister Hans Kremendahl, der 1999 zur Finanzierung seines Wahlkampfes 500000 Mark von dem Bauunternehmer Uwe Clees bekommen hatte, nun gefährlich werden. Vorigen Mittwoch schickte die Wuppertaler Staatsanwaltschaft ihre 49-seitige Anklageschrift gegen Kremendahl den Justizbehörden der Hauptstadt. Diese sollen im Auftrag der Wuppertaler Kollegen prüfen, ob SPD-Schatzmeisterin Inge Wettig-Danielmeier bei der parteiinternen Behandlung der Großspende möglicherweise gegen Gesetze verstoßen hat. Dabei geht es im Kern um die Frage, ob Wettig-Danielmeier den Vorgang nicht gründlicher hätte prüfen müssen, um zu erkennen, dass in Wuppertal etwas faul war. Die Riesenspende war gestückelt und teilweise anderen Personen zugeordnet worden - offenbar um den Vorgang zu verschleiern. Wettig-Danielmeier beruft sich, um ihr zögerliches Einschreiten zu rechtfertigen, auf den Bericht ihrer Revisoren. Deren Aufklärungsbemühungen nehmen sich aus heutiger Sicht allerdings reichlich schlicht aus: Sie schrieben die vermeintlichen Spender an und teilten ihnen mit, sie würden ihre Namen mit den jeweiligen Beträgen veröffentlichen. Obwohl einer der angeblichen SPD-Gönner daraufhin antwortete, er habe gar nicht gespendet, ging Wettig-Danielmeier dieser Merkwürdigkeit nicht gründlich nach.