Ex-SPD-Spitzenpolitiker Wienand droht mehr als vierjährige Gefängnisstrafe - DER SPIEGEL
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Ex-SPD-Spitzenpolitiker Wienand droht mehr als vierjährige Gefängnisstrafe

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Bei einer Verurteilung in der Kölner Schmiergeldaffäre muss der frühere SPD-Spitzenpolitiker Karl Wienand, 75, mit einer Gefängnisstrafe von "über vier Jahren" rechnen. Dies prognostiziert die für Korruptionsfälle zuständige Strafkammer des Landgerichts Köln - und lehnte deshalb am Mittwoch vergangener Woche eine Haftbeschwerde ab. Möglicherweise sei auch die auf dem Gnadenweg zur Bewährung ausgesetzte Strafe von zweieinhalb Jahren wegen Spionage für die DDR zu widerrufen. Nach Ansicht der Richter sei es bei Wienands "agiler und aktiver Persönlichkeit nicht vorstellbar", dass der Ex-Sozialdemokrat und Freund vieler Parteigrößen sich damit abfinde, "seinen Lebensabend im Gefängnis" zu verbringen. Deshalb liege Fluchtgefahr vor. Außerdem pflege Wienand "politische Beziehungen bis in höchste Regierungskreise" von Portugal, Griechenland, Spanien und den ehemaligen Ostblockstaaten. Auch könnte er sich über "Mittelsmänner in Geheimdienstkreisen" falsche Papiere besorgen, glauben die Richter. Nach bisherigem Ermittlungsstand kassierte Wienand beim Bau der umstrittenen Kölner Müllverbrennungsanlage 6,4 Millionen Mark. Dabei soll er laut Staatsanwaltschaft über zwei Millionen Mark Steuern hinterzogen haben, und in "Strukturen der Organisierten Kriminalität" eingebunden gewesen sein. Um ihren Mandanten frei zu bekommen, hatten die Anwälte dem Gericht vorgeschlagen, Wienand elektronische Fußfesseln anlegen zu lassen.