Nur maximal 200 000 neue Arbeitsplätze durch Hartz-Vorschläge laut Prognos
Völlig unrealistisch ist Wirtschaftsexperten zufolge das Ziel der Regierungskommission unter der Leitung des VW-Vorstandes Peter Hartz, die Arbeitslosigkeit bis Ende 2005 von derzeit vier auf zwei Millionen abzusenken. Auch bei einer vollständigen Umsetzung der Hartz-Pläne in den kommenden drei Jahren werde die Zahl der Erwerbslosen "maximal" um 100000 bis 200000 zurückgehen, haben Ökonomen der Schweizer Prognos AG in einer Modellrechnung ermittelt. Die Maßnahmen der Hartz-Kommission, die am vergangenen Freitag offiziell vorgestellt wurden, seien nicht geeignet, "den für den Abbau der Arbeitslosigkeit erforderlichen Wachstumsschub zu generieren", schreiben die Forscher in ihrer Studie. Erschwert werde der Abbau der Arbeitslosigkeit nach Ansicht der Prognos-Experten zugleich durch das weiter wachsende Angebot an Arbeitskräften. So würden in den kommenden Jahren immer mehr Frauen in den Arbeitsmarkt drängen. Auch sei mit einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit zu rechnen. Das pessimistische Fazit der Schweizer: Zwei Millionen Arbeitslose könnten bis 2005 nur bei einem starken Wirtschaftswachstum von 3,7 Prozent pro Jahr abgebaut werden. In Deutschland sei aber allenfalls ein Wachstum von durchschnittlich 2,4 Prozent zu erwarten.