Axel Sven Springer wirft Friede Springer arglistige Täuschung vor
Der Streit um Axel Springers letzten Willen spitzt sich zu: Seine fünfte Ehefrau Friede und ihr Stiefenkel Axel Sven ("Aggi) Springer ringen nun offen um die Macht in Europas größtem Zeitungsverlag. Hat "Aggi unmittelbar nach dem Tod des Gründers aus seinem Erbe Anteile an die Witwe und seine Schwester Ariane abgetreten, wie Friede jüngst in einem "Vermerk darlegte? Oder sind die Erben-Erklärungen von damals "nicht wirksam, wie Springer junior jetzt sagt? In einer Erklärung seiner Anwälte ("Springer/Springer), die dem SPIEGEL vorliegt, geht Axel Sven nun auf Angriffskurs. Unter anderem "wegen arglistiger Täuschung, so der Enkel, fechte er die "Erbenvereinbarung vom Oktober 1985 an.
In dem Papier wehrt sich "Aggi gegen die "zum großen Teil unrichtigen Aussagen von Friede. Vor allem weist er deren Darstellung zurück, der Verleger habe "kurz vor seinem Tode die Absicht erklärt, sein Testament zu ändern unter anderem zu Gunsten von Friede und zu seinem eigenen Nachteil. Nachdem die Verlegerwitwe mitteilte, "andere Erben hätten sich dem Vorgehen von Axel Sven Springer nicht angeschlossen, erklärt dieser mit Blick auf seine Schwester Ariane: "Soweit Frau Friede Springer mit ihren Äußerungen einen Keil zwischen die Abkömmlinge von Axel Springer treiben will, wird ihr das nicht gelingen. Der Streit der Springers hat Folgen für die Gesellschaft für Publizistik, über die die drei Erben ihren 50-Prozent-Anteil am Verlag halten.
Wie hoch die Anteile der Beteiligten an dieser Gesellschaft sind, "ist gerade offen, glaubt "Aggi. Zwar sei es richtig, dass Friede den Gesellschaftsvertrag zum Ende des Jahres 2001 kündigen wollte. "Die Wirksamkeit und die Folgen dieser Kündigung, heißt es in "Aggis Schreiben, seien "ebenfalls höchst umstritten.