FDP-Vize Möllemann sieht Chancen für sozial-liberales Bündnis
FDP-Vizechef Jürgen Möllemann geht auf Distanz zur Union und sieht Chancen für ein sozial-liberales Bündnis nach der Bundestagswahl. "Unser Gesellschaftsbild unterscheidet sich grundlegend von dem der Union, sagte Möllemann dem SPIEGEL. "In der Innen- und Rechtspolitik stehen wir der SPD deutlich näher. Unionskanzlerkandidat Edmund Stoiber sei "schief gewickelt, wenn er glaube, er könne die Bürgerrechte weiter einschränken, so der FDP-Politiker. "Das wäre für uns völlig inakzeptabel.
Auch in der Gesundheitspolitik, wo die Überschneidungen mit CDU/CSU größer seien, hält Möllemann eine Zusammenarbeit mit Bundeskanzler Gerhard Schröder für möglich. "Schon Willy Brandt und Helmut Schmidt haben es verstanden, im Zusammenspiel mit den Liberalen unpopuläre, aber notwendige Reformen auch gegen Widerstand in den eigenen Reihen durchzusetzen. Der nordrhein-westfälische Spitzenliberale rechnet damit, dass die FDP die Grünen nach der Bundestagswahl aus allen Landesregierungen verdrängen wird. "Es wird einen Dreifachschlag geben, so Möllemann. "Erst fällt Rot-Grün im Bund, tags drauf in Düsseldorf und in Schleswig-Holstein.